Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
584
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684 Sogenannte Briefe an den Herrn Toktor Walch.

heiligen Märtyrer verstehen wollte, als welche freylich erst nach denZeiten des Plinins recht üblich werden konnte, und von welcher bekanntist, wie viel die erste Kirche darauf gehalten, ut srweotui- liliorumanimi, öum pairum reoenteotur triumplu.

Und das wäre denn alles, was man mir aus dem Tertullian ent-gegen setzen könnte? Wie gut komme ich da weg! Ich fürchte, ichwerde Ew. Hochwürdcn so leicht nicht können abkommen lassen, wennich nun einmal den Tertullian für mich reden lasse. Und wie? wennEw. Hochwürden, damit diese wiederholte Drohung nicht blos einerDrohung ähnlich bleibe, mir sofort erlaubten, hier eine kleine Aus-schweifung über einen Punkt zu machen, der am besten zeigen kann,wer von uns beyden seinen Tertullian am richtigsten innc hat?

Dieser Punkt betrift die Glaubens-Bekenntnisse, die Ew. Hoch-würdcn, nach dem BaSnage, für nichts als zufällige menschliche Er-weiterungen der ersten von Christo selbst eingcsczten Taufformcl anse-hen, weil man die Täuflinge mit den Unterscheidung«-Lehren decKetzer nicht zeitig genug bekannt machen können. Von diesen behaup-ten der Herr Doktor S. 205. u. f. Ihrer kritischen Untersuchung, eineMenge Dinge, von welchen Sie, ich weiß nicht, ob mitleidiger oderzufriedener mit sich selbst, bald hätte ich stolzer gesagt, bedauern,daß sie denen, die sich darüber zu schreiben erdreisten, nicht bekanntsind. Was Wunder also, daß ich die Gelegenheit nicht früh genugergreifen zu können glaube, mich von dem Verdachte einer so schüler-haften Unwissenheit denn welche Unwissenheit ist schülerhafter, alswenn man auch das nicht einmal weiß, was andre glauben? zubefteyen, und zu entschuldigen, wenn ich von so bekannten Angabennicht vermeyne, daß sie darum keines Äeweiscs nöthig haben? Das Scharmützel ist aber noch kein Treffen, in welches ich mich zuseiner Zeit Paragraph vor Paragraph einzulassen gesonnen.

Ausschweifung über das Glaubcns-Bekcnntniß der ersten Christen.

§- t.

ES sey immerhin noch so wahrscheinlich, daß die Anerkennung dervon Christo Matth. 28, 19. vorgeschriebenen Taufformcl Anfangs hin-länglich gewesen, denen die sich zu Christo bekennen wollten, die Taufewiedcrfahren zu lassen: ist es denn darum unwahrscheinlich, oder etwagar unmöglich, daß Christus nach seiner Auferstehung seinen Jüngerneinen kurzen Jnbcgrif von dem hinterlassen, was sie künftig von ihmlehren sollten? welchen er ihnen vor seinem Tode darum nicht ertheilen