Sogenannte Briefe an den Herrn Toktor Walch. 689
er die Ueberzeugung in der Taufe angelobet und empfangen habe. Dieseinnere Ueberzeugung, sagt HilariuS, habe er, und bedürfe einer äusser»auS der Schrift nicht: neues mo Iraveo Läem, vxteriore noa exeo.Dieser in der Taufe erhaltene Glaube müsse als der Sinn der Schriftangenommen werden, und aller vorgegebene Glaube, der einzig aufSchriftstcllcn beruhe, sey ausser diesem Glauben nichts, weil Schrift-stellcn auch Ketzer für sich anzuführen nicht ermangelten. ES sey da-her auch in diesem Sturme mit einander streitender Auslegungen daSSicherste, sich in den Hafen, auS welchem man ausgelaufen sey, wie-der zurückzuziehen, und man sieht leicht, welchen Hafen er meynt.Inier Iiaec ticlei oausragis, coelel'tis nalrimonii jain paeno prolli-liaereclitste. iulislimum noliis e5t, prirosro et l'ulam evgnxe-licam jiilern eonkelkaio in bgplitmo inlellectsmque relmere.
Heißt das nun auch die Schrift zur einzigen Quelle des Glaubensmachen? Meynt HilariuS auch, wenn die Bibel nicht wäre, würde ergar keinen Glauben haben? Er würde auf Niemand getauft seyn, wenncS die Bibel nicht sagte, auf wen er getauft seyn müßte? — °)
°) Auch findet sich »och ei» Bogen, der wahrscheinlich auch zu dieserSchrift gehört hat. Er ist überschrieben Theodoretus, welchen Herr D.Walch gleichfalls als Zeuge» «»führt, daß in den ersten vier Jahrhun-derten die heilige Schrift allein die Erkcnmnißquellc der christlichen Rcli-gionslcbrcn gewesen, ob er wohl selbst sagt, daß Thcodorctns in der zwey-ten Hälfte des fünften Jahrhunderts gestorben sev. Man kann aberaus diesem Bogen schwerlich die Mcvnung meines Bruders errathen. Z. E.gleich der Anfang:
„l.id. I. p. 7.
>Vriu», cui lÄcrorum vvlumiiium exiioM'io comwiss» erst. Boill Alcrandcraber heißt es: ro-? A^tm? >,o)-ot? k-ro>u.-,'o?, welches nicht gut durch I»-«rarui» liuersrum vvMxii» inMlen» übcrsezt wird. Kv°i,o-> ^oz>o-, heissc»wohl mehr die göttlichen Ueberlieferungen."
Und dergleichen Anmerkungen mehrere. Rarl Lcssing.