602 Historische Einleitung in die Offenbarung Zobannis.
Zustimis erklärt sich für die Offenbarung zuerst,s- 8.
Der Märtyrer JustinuS, der um 17». nach Christi Geburt schrieb,ist der erste von allen Kirchenlehrern, welcher der Offenbarung geden-ket; und das merkwürdigste dabey ist/ daß er sie dem Apostel Johan-nes beylegt. In dem Gespräche mit Tryphon fragte ihn dieser Jude,ob er nicht glaube/ daß Jerusalem noch einmal wieder hergestellt wer-den würde. Hierauf antwortet JustinuS, daß er seines Theils, so wiejeder rechtgläubige Christ, es allerdings glaube/ und sagt: Es hatunter uns einen gewissen Man»/ Nahmens Johannes/ gege-ben, welcher einer von den zwölf Aposteln Jesu Christi gewesen.Dieser hat in seiner Offenbarung geweifsager, das; die Gläubi-gen rausend Jahre in Jerusalem zubringen würden. DaS istdaS einjigemal/ daß JustinuS in feinen Werken die Offenbarung an-führt; und warum führt er sie an? DaS tausendjährige Reich damitzu beweisen.
s. s.
Aus den Worten dieses Kirchenlehrers läßt sich nicht schliesset,,daß sie damals von allen und jeden Kirchen angenommen gewesen.JustinuS scheint blos anzuzeigen, welcher Meynung er für sich sey:oder höchstens, welcher Meynung diejenigen Christen wären, die indiesem Punkt rechtgläubig dächten, das ist: das tausendjährige Reichglaubten. Aber das ist wohl ausser Streit, daß JustinuS für seinenKopf ein falsches Evangelium anführt, wenn er in dem nemlichcnGespräche sagt, daß, als Jesus Christus in den Jordan getreten, sichein Feuer darinn entzündet, und man vom Himmel die Stimmegehört habe: du bist mein Sohn, heute habe ich dich gczeuget.Er versichert, daß die Apostel dergleichen Dinge geschrieben hät-ten, die gleichwohl nur in dem Evangclio der Ebioniten standen.
Sein Charakter.§- 10-
Allerdings gab sich JustinuS Mühe, sich von der Wahrheit gesche-hener Dinge wohl zu unterrichten. Er war viel gcreisct, und zwarnicht als ein gemeiner Mann gcreisct, sondern als ein sehr aufmerk-samer Antiquar.