Historische vinlcilung in die Offenbarung Johannis. 601
Leichtgläubigkeit des Publikums spotteten, und/ indem sie einen gro-ßen Eifer für die Religion vorgäbe»/ ihr Spiel nicht einmal unterder Maske einer heidnischen Aufrichtigkeit verbargen. Sein Blich istvoller Fabeln und Ungereimtheiten. Die Worte Hypostasis undConsubstantia verrathen die Zeit genugsam / in welcher es geschmie-det worden.
Cerinthus kommt in Verdacht die Offenbarung geschriebenzu haben.
§. 6.
Nach dem Tode der Apostel (') erschien Cerinthus, der für dasweltliche tausendjährige Reich sehr eingenommen war. Diese Mey-nung schrieb sich ursprünglich von den Juden her, und er war cS,der sie unter den Christen ausbreitete. Er gründete sich dcsfalls aufdie Offenbarung, von der er behauptete, daß sie ein Werk des h. Jo-hannis wäre. Er mochte nun aber hiezu viel oder wenig Grund ha-ben: genung, verschiedene Orthodoxen hatten ihn im Verdacht, daßer selbst Vater dazu sey, weil ihnen schien, daß dieses Werk das tau-sendjährige Reich zu viel begünstige, wie wir in der Folge mit meh-reren, sehen werden.
Andere Ketzer, die gegen die Offenbarung waren. Sonder-bare Antwort dcö Epiphanius.
8- e.
Indeß erhuben sich andre Ketzer, als »cmlich Ccrdo und Mar-cion, nach dem TertullianuS, und selbst die Alogi, nach dem Epipha-nius, gegen die Offenbarung, welche sie dem h. Johannes absprachen,weil, wie sie unter andern Gründen sagten, zu den Zeiten dieses Apo-stels noch keine christliche Kirche zu Thvatira gewesen sey. Dieses ih-nen einzuräumen, fürchtet sich der h. Epiphanius anch im geringstennicht; er nimmt vielmehr an, daß Johannes, wenn er an eine Kirchezu Thvatira schreibe, ganz und gar nicht von einer damals schon vor-handenen Kirche, sondern im prophetische» Geiste rede.
8. 7.
So stritten also über die Offenbarung Ketzer gegen Ketzer, indemsich die Orthodoxen noch ganz von ferne hielte». Wenigstens sind wirin der vollkommensten Ungewishctt, aus welchem Gesichtspunkte siediesen Streit betrachteten.
(°) Euscbiu- K>,G. B. 3. Hauplst, 28, imd B, 7. Hauplst, 25.