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11 (1839)
Entstehung
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612 Daß man die Menschen eben so von der Begierde ic.

Schicksal in diesem Leben vorauszuwissen, geeifert. Wenn wird esihr gelingen, die Begierde, das Nähere von unserm Schicksal in je?nein Leben zu wissen, eben so verdächtig, eben so lächerlich zu machen?

Die Verwirrungen, die jene Begierde angerichtet hat, und welchen(wie ich am OcdipuS zeigen kann) durch schickliche Erdichtungen desUnvermeidlichen die Alten vorzubeugen wußten, sind groß; aber nochweit großer sind die, welche aus der andern entspringen, lieber dieBekümmerungen um ein künftiges Leben verlieren Thoren das gegen-wärtige. Warum kann man ein künftiges Leben nicht eben so ruhigabwarten, als einen künftigen Tag?

Dieser Grund gegen die Astrologie ist ein Grnnd gegen alle geof-fenbarte Religion. Wenn cS auch wahr wäre, daß es eine Kunstgäbe, das Zukünftige zu wissen, so sollten wir diese Kunst lieber nichtlernen. Wenn cS auch wahr wäre, daß cS eine Religion gäbe, dieuns von jenem Leben ganz ungezweifelt »nlerrichlctc, so sollten wirlieber dieser Religion kein Gehör geben.

Gespräch über die Soldaten und Mönche. *)

Muß man nicht erschrecken, wenn man bedenkt, daß wir mehrMönche haben als Soldaten?

k. Erschrecken? Warum nicht eben sowohl erschrecken, daß es weitmehr Soldaten giebt als Mönche? Denn eins gilt nur von dem undjenem Lande in Europa; u>'>> nie von Europa überhaupt. WaS sindMönche? und was sind denn Soldaten?

^. Soldaten sind Beschützer des Staats lc,!

L. Mönche sind Stützen der Kirche!

^. Mit eurer Kirche!

L. Mit eurem Staate!-----

L. Du willst sagen: daß eS weit mehr Soldaten giebt als Mönche.Nein, nein, mehr Mönche als Soldaten.

v. I» dem und jenem Lande von Europa magst du Recht haben.Aber in Europa überhaupt? Wenn der Landmann seine Saat vonSchnecken und Mänscn vernichtet siehet: was ist ihm dabey das

°) Leben 11, S. 2-18.