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11 (1839)
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724
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724 Zur Gelehrten-Geschichte und Literatur.

(IM. <Zz?rrm. ?stsvmi II. p. 30.) meldet uns, daß er zu Pa-dua studiert, wo er sich unter dem Marcus Musurns der GriechischenSprache, und unter dem Barlhol. Capclla der Rechte beflissen, vonwelchem letztern er auch die Würde eines Toctors der Rechte erhalten.Gleichwohl, ob schon alle aus der Quelle des JovinS geschöpft, hatsich dennoch in die Erzählung von seinem Tode eine VerschiedenheittingeschlicheNx die eine Erörterung verdient. Jovius erzählt, daß ihnJohann Sfortia, der sich damals die oberste Gewalt in Pesaro ange-maßt hatte, habe umbringen lassen; das Eelehrtenlexiccn aber will,daß er auf Befehl Alexanders VI im Gefängnisse strangulirt wor-den. Schon FabriciuS (Lilil. me6. et ins. I.at. I^iti. III.) hattedieses gerügt. Aber man hat auf diese Erinnerung auch in der vier-ten Ausgabe nicht geachtet. Der Zusammenschreibe! des LexiconS hat«ine Stelle des Moreri gebraucht: I?. ^ove ojoule que ^e-m Llorze,l^rsii 6e k'elaro, lo 5it etrsn-zler er» piikov: mais ?!erius Valeria-uns 6it hue es kut t!ekar körnig, Duo ile Vsleotioois, czui Lt mouririHollennceio. Was nun hier dem Cäsar Borgia Schuld gegeben wird,hat man eben sowohl auf seines Vaters Rechnung schreiben zu dürfengeglaubt. Allein auch Moreri , oder wem dieser nachgeschrieben, hatsich geirrt, und die Stelle des Pierius ganz falsch verstanden. Sielautet so: (°) 8e«i ineiiiit (Lollenueeio) in reg novas et reruw,«zuae tut» Vslenlino l^getare eveneruot, vieitlituiZioe«, tuspeetus^uopriacipi, «^uock sävertse sael ionig eilet, laqueo vitaw linire jullus.Dieses ?rmcirn bezieht sich auf den Sfortia, nicht auf ValentinsLselsre, wie Moreri geglaubt hat, und der Verstand ist dieser: daßCollenuccio bey seinem Fürsten in Verdacht gerathen, als halte er esmit dem Borgia ("). Wenn wir also aus dem Jovius bloß lernen,daß er wegen aufgefangner Briefe bey dem Sforzia in Ungnade ge-fallen: so sehen wir ans dem PieriuS, was diese Briefe betrafen,ein Verständniß nemlich mit dem Borgia.(°) eSit. c-lr. rvllii p. 130.

(°°) Welcher sich mchrcrcr Italiänische» Staate» damals zu bcwci-stern suchte.

Georg CsipkeS.Verfasser der lluogsiia illutlrala, brevis 1e6 metkoäica naluigoet -zeoii lioguse Ilungsricae explicstio. l^llroj. ex <Mc. ^o. aWsesberZe 165S. 5 Bogen in 12. Er hat den Beynamen ComarinuS,d. h. aus dem Coworrer Comitat. Wie kann nun das Gelchrtenlexi-con sagen, daß er aus Raab gebürtig gewesen? Raab hat ja seineneignen Comitat, und nach diesem hätte er sich .fanrinenlew nennen