I, Theil, Dritter Brief.
,'.
virgil, der sich den Tbeor'rit zum Muster vorgestellt — sagtPope, und der Ucbcrsetzcr: Virgil der den Theokrir ausschreibt.
Dieses sind noch lange nicht alle Fehler, aus der blossenVorrede und Abhandlung von der Schäferpoesie, aus den erstenund leichtesten, nehmlich prosaischen, Stücken des ersten Ban-des.* Urtheilen Sie, wie es tiefer herein aussehen mag!
Was der Ucbcrsctzer zur Entschuldigung seiner oft undcut-schcn Wortfügungen anführt; wie er sich in dieser Entschuldigungverwirrt und sich unvcrmcrkt selbst tadelt, ist auf der 17tcnSeite des Vorbcrichts lustig zu lesen. Er verlangt, daß man,ihn zu verstehen, die Kunst zu lesen besitze. Aber da diese Kunstso gemein nicht ist; so hätte er die Kunst zu schreiben verstehensollen. Und wehe der armen Kunst zu lese», wenn ihr vor-nehmstes Geschäft seyn muß, den lvortversianv deutlich zumachen! :c. Fll.
Dritter Brief.
Wollen Sie einen andern kennen lernen, dessen guter Willeuns nun schon den zweyten englischen Dichter verdorben hat? —VerSorben klingt hart; aber halten Sie immer dem Unwilleneines getäuschten Lesers ein hartes Wort zu gute.
Bon des Herrn von Palchen Übersetzung der ThomsonschcnZahrszeiten werden Zhncn frühere Urtheile zu Gesichte gekom-men seyn. Nur ein Wort von seinen Fabeln des Gay.°°
Ein guter Fabeldichter ist Gay überhaupt nicht, wenn manseine Fabeln nehmlich nach den Regeln beurtheilet, welche dieKunstrichtcr aus den besten Fabeln des Aesopus abstrahiret ha-ben. Bloß seine starke Moral, seine feine Satyrc, seine übri-gen poetischen Talente machen ihn, trotz jenen Regeln, zu einemguten Schriftsteller.
° In dem Vorbcrichte verspricht man die neun englischen Octavbände i»sechs deutsche zu bringen, und in den ersten deutschen die Hälfte des zweytenenglischen mit zu fassen. Am Ende aber hat man sich anders besonne»; unddie Leser erhalten nicht einmal den ganzen englischen ersten Band in diesemersten deutschen; denn es fehlet ihm noch der Epilog»« zu Rowe's JaneShore ,