Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
6
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Briefe, die neueste Litteratur betreffend.

Schade lim so vielmehr, daß so manche feine Satyrc demUebcrsetzcr unter der Arbeit verflogen ist! Und es muß eine sehreilfertige Arbeit gewesen seyn! Sehr oft hat er sich auch nichtdie Zeit genommen, die Worte seines Originals recht anzusehcn.Wenn Gay sagt:

1'I><: Alil'or tiemkliiiA locli'ä lii« cliott;(der Geilzhals verschloß zitternd seinen Rasten) so sieht erI«eiV<I für lonli'cl an, und übersetzt: der Geirzhals blickte zit-ternd ans seinen Rasten. °

Das englische Eamcleon rühmt sich, es habe eines jedenHöflings Leidenschaft zu treffen gewußt:I Itneiv tc> I>!t vacli cnurtier's pskllon.Und das deutsche sagt: ick) vermied eines seden Höflings Lei-denschaft zn berühren. Dieses folglich ist kaum halb so geschicktals jenes. Verstehen etwa die deutschen Schmeichler ihr Hand-werk weniger, als die Schmeichler einer andern Nation?*"

Gay beschreibt ein unglückliches Ehepaar. Er der Mann,sagt er,""" liebt das Befehlen; und die Frau das Widersprechen.Sich sklavisch zu unterwerfen, ist durchaus nicht ihre Sache. Siewill ihren Willen haben, oder will ihre Zufälle bekommen.Klio 'll nsvo Iier >vill, m navo kor lits.

Der letzte Zug ist ungcmcin fein, und eine richtige Bemerkung.Sie werden krank, die lieben eigensinnigen Wciberchcn, wennman nicht thut was sie haben wollen. Nun sehen Sie, wasder Herr von Pallhen daraus macht:Sie will entweder ihrenWillen haben, oder auch umwechselnd die Herrschaft führen.O dreymal Glücklicher, dessen Gattin sich mit dem letzter» begnügt!

Die kleinsten Partikeln werden oft unserm Ucbersctzcr zumAnstoß. Doch es muß Sie in die Länge vcrdriessen, daß ichmich mit solchen Kleinigkeiten aufhalte.

Lernen Sie nur noch aus einem einzigen Exempel, wie weitdie Unverschämtheit der gelehrten Tagelöhner unter uns, geht.Ein gewisser G. Bergmann hat Dolingbroks Briefe überdie Erlernung und den Gebrauch der Geschichte übersetzt,-j- undcr ist es, von dem man sagen kan, daß er alles, was die Welt

° VI. Fabel. °° li. Fabel. °°° Xil. Fabel.1° Leipzig , bey Laiitischcns Erbe» i» groß 8. 1758.