Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
16
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tk Briefe, die neueste Litteratur betreffend.

Genie- Seine Uranias ist voll treflicher Stellen; und waskann man mehr zu ihrem Lobe sagen, als daß L.eibnitz siezu verbessern würdigte, nachdem cr selbst den Plan dazu ge-macht hatte?

Seine crstgedachten Stimmen sind hundert prosaische Lieder,die cr selbst Psalmen nennt. Erlauben Sie mir, Ihnen einigekleine Stücke daraus vorzulegen:

Drey und vierzigster Psalm.

Wie ist die Welt doch so überweise worden! Wie hat sich dieMagd über die Frau erhoben!

Die Weisheit des Fleisches wafnet sich gegen die göttliche Ein-falt; und die Vernunft ficht wider den Glauben.

Die Wcltweisheit setzet sich gegen die göttliche Thorheit; siemeistlrt Gottes Weisheit und verfälscht sein grosses Wort.

Sie ist gar zu weise zum Himmelreich; darum komme» sie auchnicht dahin, wohin die Kinder kommen :c>

Zwey und achtzigster Psalm.

Bruder! Lasset uns hingehen, und unser Leben lassen! DieWahrheit ist wohl werth, daß wir sie bis in den Tod bekennen!

Es ist der treue und wahrhafte Zeuge vor uns hergegangen.Er hat ein gut Bekenntniß bekannt vor Pontio Pilalo. Er mußteauch sterben, als ein Verführer

Gott sey Dank, daß wir nicht leben, wie die Uebelthätcr!Wir haben zwar unserm Gott gcsündigct, aber nicht der Welt.

Es ist recht und billig, daß uns unser Vater züchtiget; es istrecht, daß er diesen Leib zerbricht.

Wir müssen doch einmal unsere Hütten ablegen; warum nichtitzt, da wir noch mit unserm Tode preisen unsern Gott?

So wissen wir auch, daß der Tod seiner Heiligen bey ihmhochgeachtet sey, und daß er ihm seine Lieblinge nicht nehmen lasse

Brüder! lasset uns nicht fürchten, wie die Heyden lind Sünderpflegen. Furcht ist nicht in der Liebe und in dem Glauben zu un-sern Gott.

Wir haben bisher dem Herrn gelcbet, so wollen wir nun auchdem Herrn sterben.

Er wird mit uns durch Feuer und Wasser gehen; er wird unsnicht uiigelröstct, noch ungestärkt lassen.