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Priese, die neneste Litteratur betreffend.
mit den weisesten Sprüchen der Dichter, welche die Lehrer undPhilosophen der älteste» Griechen waren zc. —"
Ich will vors erste bey einer Kleinigkeit stehen bleiben.Was Herr Mieland hier von dem Homer sagt, das hat seineAbsichten, und der Leser soll die Anwendung davon selbst ma-chen. Er soll bey sich denken: Da es uns, Gott sey Dank!auch nicht an -Homeren fehlt, warum werden denn nicht auchunsere -Homere in dieser Absicht mit der Jugend gelesen 4
Aber ehe ich mir selbst diese Frage vorlegte, wollte ich wohldem Herrn Micland mit einer andern beschwerlich fallen. Ichwollte ibn fragen: Hat Ihr Vorgeben, mein Herr, seine hi-storische Richtigkeit? Zst es wahr, daß die alten Griechen ihreJugend aus dem -Homer und andern Dichtern Weisheit lehrten?Und wurde -Homer , ich will nicht sagen durchgängig, sondernnur von allen denen unter ihnen verstanden, welchen das Bey-wort x«^ox«^^Ot zukam?
Erinnern Sie sich, wurde ich gegen den Herrn IVielanSfortfahren, was uns Xcnophon von dem Sob'rates crzchlct.**Gokrarcs hatte wirklich die Gewohnheit, in seinen Unterredun-gen lehrreiche Stellen aus Dichtern anzuführen; aber wie ginges ihm damit? Er berief sich z. E. wenn er wider den Müßig-gang eiferte, und zu dem Müßiggänge auch alle citcle, nurzcitvcrkürzcndc und schädliche Beschäftigungen rechnete, auf denAusspruch des -Hesioons:
Lz>^>ov 6' o^i<i>v ovktFoi;, «x^^/kt^ 6« ovstcjo^.Reine Arbeit, sondern allein der XNüssiggang ist schimpfelieb. — Oder er drang darauf, daß alle die, welche dem Staateweder als Heerführer noch als Rathgcbcr nützlich seyn könnten,sich müßten gefallen lassen, zu gehorchen, und führte in dieserAbsicht das Betragen des Ulysses an, als die Griechen die Be-lagerung von Troja aufheben wollten. (Den Vornehmem, sagt-Homer, '" sprach Ulysses mit freundlichen Worten zu, wo sichaber ein Geringerer unnütze machte, den schlug er mit seinemScepter und befahl ihm, ruhig zu seyn:° Zm dritte» Theile. S. 10l.
" Im erste» Buche seiner deiikwurdize» Rede» des Sokrates ."° Im 2lcn Bliche der Jlias, v. 189. u. f.
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