I. Theil. Zehnter Brief.
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Was machten die Ankläger des Sakrales aus diesen Stel-len? Sagten sie nicht, daß sie gefährliche Lehren enthielten?Daß Hcsiovus alle Beschäftigungen billige, sie möchten nochso ungerecht und schimpflich seyn, wenn sie nur einträglich wä-ren? Daß -Homer die geringern und ärmcrn Leute zu schlagenrathe? Und wer waren des Sor'rarcs Ankläger? Vielleicht dieUnwissendesten in ganz Athen ? Gewiß nicht. Mclims wenig-stens war nur deswegen wider den Sor'rarcs so ausgebracht,weil ihm Sor'rates die Dichter, seine Lieblinge, nicht genugzu schätzen schien. Er war also einer von den damaligen Ren-nern; und wollte man auch sagen, daß er diese Mißdeutungennicht sowohl aus Unwissenheit, als aus Bosheit gemacht habe,so bedenke man wenigstens, was er dabey für Richter voraussetzte; und ob diese Richter Leute seyn durften, mit welchenman in der Jugend den Homer, nach moralischen Absichten,gelesen hatte? — All.
IV. Den 25. Jenner 4769.
Zehnter Brief.
So ist es auch wirklich: Die wahren Kenner der Dichtkunstsind zu allen Zeilen, in allen Ländern eben so rar, als diewahren Dichter selbst gewesen. Homer ward eben so wenigvon allen Griechen verstanden, als Rlopstock von allen Deut-schen. Zch sage Rlopstock, und wenn Sie meinen, daß Dov-mcr dem Homer näher komme, so setzen Sie Dodmern anseine Stelle. —
Ztzt erlauben Sie mir, in den Anmerkungen über den Er-zichungsplan des Hrn. ^VielanOs fortzufahren. Die wichtigstenwerde ich von unserm gemeinschaftlichen Freunde, dem Hrn.D- entlehnen.*) —
Den schönen und großen Begriff, welchen uns Herr IV- vonder Erziehung der alten Griechen macht, wo mag er den über-
°) Dies ist Moses Mcndelssolni, der sich in cc» Liltcratnrbricsc» unlcrandern mit D- nntcrzcichnclc. Nicolai.
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