Briefe, die neueste Litteratur betreffend.
nach meinem Bcdünkcn, einen sehr grossen Vorzug vor allenfranzösischen Predigern giebt. Allein was geht Herr Mielan-dcn das Gründliche an? Er ist ein erklärter Feind von allem,was einige Anstrengung des Verstandes erfordert, und da eralle Wissenschaften in ein artiges Geschwatze verwandelt wissenwill, warum nicht auch die Theologie? Fll.
Vierzehnter Brief.
— Und die Sprache des Herrn IViclands? — Er verlerntseine Sprache in der Schweiß. Nicht blos das Genie dersel-ben, und den ihr eigenthümlichen Schwung; er muß sogar einebeträchtliche Anzahl von Worten vergessen haben. Denn alleAugenblicke läßt er seinen Leser über ein französisches Wortstolpern, der sich kaum besinnen kann, ob er einen itzigcnSchriftsteller, oder einen aus dem galanten Zeitalter ChristianiVciscns liefet. Licenz, visircn, Education, Disciplin, Mode-ration, Eleganz, Acmulation, Jalousie, Eorruption, Dcrtcrität, —und noch hundert solche Worte, die alle nicht das geringste mehrsagen, als die deutschen, erwecken auch dem einen Ekel, dernichts weniger als ein Puriste ist. Ä.inge, sagt Herr N?iclanvso gar —
(Und er befiehlt, daß die Schüler von ihrem Gelde, dasihnen zu ihren übrigen Ausgaben, zu Kleidern, Linge, ot »nurIcurs momis i>Ia!sirs vom Hause gegeben wird, dem Hofmeistergenaue Rechenschaft geben sollen. Sie sollen ihre Linge, fährter fort, Bettzeug und Serviette», wie auch Löffel, Messer undGabel mit bringen. Jeder läßt seinen silbernen Löffel und zweyzinnerne Teller dem Instituts zurück. — Es ist in der Thathöchst lächerlich, wenn man den Herrn IVicland solche Kleinig-keiten im voraus feststellen siehet, nnd sich erinnert, daß erkurz vorher die allcrwcscntlichstcn Puncte von der Hand gewie-sen. Die Ordnung, z. E. nach welcher die verschiedenen Disci-plinen mit der Jugend zu treiben sind, soll ein Kenner derWissenschaften " für ihn bestimmen, und er kann sich selbst dar-über nicht einlassen, weil er keine Znstrnction für die Lehrer