I. Theil. Ziiiifichiitcr Brief.
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„Beym Anblick liiisercr von TodcSschaur?
„Welch eine tiefe Stille ward? Was war
„Das leisere Gcmurmcl unter euch?
„Ja, ja, der Schrecken Gottes überfiel
„Dich, Heer! — — —
„Als du den grossen Rächer kommen sahst,
„Die Blutfahn in der Hand, die er noch nie
„Dem cdlcrn KricgcSfcind entgegen trug.
„Da standest du betäubt, erstarret, stumm,
„Die Augen weggewandt von dem, der kam :c.— „Bangigkeit und Furcht und Angst
„Fiel, plötzlicher als Zentnerschwere Last,
„In aller deiner grossen Helden Brust,
„Und grösser stets je mehr er näher kam.
„Zusammen steckend ihre Köpfe, stand
„Ihr grosser Haufe; Fermor schüttelte
„Sein graues Haupt dreymal; sie zitterten.
„Zuletzt war ihr verzweifelnder Entschluß
„Ein grosses Liercck und der Tod!Und nun scheinet unsern Barden alle die Wuth, mit welcherer in der Schlacht gestritten, aufs neue zu befallen. Er wirdso schrecklich, daß seinem Leser die Haare zu Berge stehen. —Aber warum mache ich Ihre Neugierde auf eine Stelle so rege,die ich Ihnen nicht mittheilen kann? Darauf fährt er kälter fort:
„So lange du, o Natcr, vor uns her
„Die schreckliche Blutfahne trugst, uni? nichts
„In deiner Arbeit für das Vaterland
„Dein Leben achtetest, so lange floß,
„Für jede Thräne deines Volkes, Blut,
„So lange schlug das rächcrische Schwerd ic.Aber auch unter Dampf und Tod blieb des Dichters helleresAuge unverdunkelt.
„Der Engel, der bey Lissa seinen Glanz
„Um den Gesalbten glänzte, war auch itzt
„Sein Schutzgeist. Näher sah ich ihn, als dort.
„Er trug im schönen Engclangcsicht
„Des grossen Friedrich 'Wilhelms Mine ganz.