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60 Briefe, die neueste Litteratur betreffend.
Wortfügung, und der Wahl des edleren Ausdrucks. Zn An-sehung der Wortfügung hat er unter andern eine Menge Par-ticipia, wo sie den Perioden zu schwerfällig, oder zu dunkelmachten, aufgelöset. Z. E. wo er den Satan mit grimmigemBlicke den göttlichen Wcltbau durchirren läßt,Daß er noch durch so viele Jahrhunderte, seit der ErschaffungIn der ersten von Gott ihm gegebenen Herrlichkeit glänzteheißt nunmehr die letzte Zeile
In der Herrlichkeit glänzte, die ihm der Donnerer anschuf.Oder wo er sonst den Zophicl sagen ließ:
— — — Verkündigt der dampfende Nebel
Seine von allen Göttern so lange gewünschte Zunickkunftheißt es ihr:
Seine Zunickkunft, auf welche die Götter so lange schon harrten.Und so in hundert andern Stellen, mit welchen die Feinde derMittelwörter nun weniger unzufrieden seyn werden. — GewisseIVorrcr hat der Dichter zu gemein befunden, und sie habenausgesuchtem weichen müssen. Wo es vorher hieß:
Wische dem Knaben die Zähre vom Antlitzoder:
Wischet mit mir, wenn er stirbt, das Blut von seinem Gesichteist bcydcmal für rvischen, trocknen gesetzt. Das Wort Behau-sung, welches der Dichter sonst sehr oft brauchte, hat überallseinen Abschied bekommen; und ich finde nur eine einzige Stelle,wo es stehen geblieben. Ich weis zwar in Wahrheit nicht, wasHerr Rlopstock wider dieses alte ehrliche Wort haben mag; ermuß aber doch etwas darwider haben, und vielleicht entdeckenSie es.
Andere Veränderungen betreffen Schönheiten des Detail.Dahin gehören besonders nicht wenige besser ausgemahlte Be-schreibungen; dergleichen diese, wo von den Geistern der Hölleim zweyten Gesänge gesagt wird:
— — — Sie gingen und sangen
Eigene Thaten, zur Schmach und unsterblichen Schande verdammet.Unterm Getöse gcspaltner (sie hatte der Donner gespalten!)Dumpfer, entheiligten Harfen, verstimmt zu Tönen des TodesSangen fie zc.