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Briefe, die neueste Litteratur betreffend.
sagten die Nachbarn, der Unbändige schadet, so lange ein Glied anihm ganz ist.
Die I.XXXXVIll. Fabel.Ein hungriger Rabe fand ein Aas auf dem Felde und freuete sichdessen sehr. Er hupfte für Freuden hin und her, schlug seine Flügelzusammen, und sang mit rauher Stimme so laut, daß der Adler inder Luft sein Geschrey hörte. Was mag dieses bedeuten, dachte derAdler- (2 D. M. c. 32, 18.) <Ls ist kein Geschrey gegen einan-der, deren die obliegen, oder derer die unterliegen? Er lies sichherab, verscheuchte den Raben, und trug das Gewild davon. — Nunschreyet der Rabe nicht mehr, wenn er ein Fraß findet. Fll.
Nachricht.
Das Schreiben des Herrn C. G. Bergmanns an den Ver-fasser dieser Briefe, welches wir am Ende des neunten Bogensunter unsern Lesern ausgcbothcn haben, °) würde gar keine Ant-wort verdienen, wenn er nicht unter andern auch diese unver-schämte Wendung gebraucht hätte: daß in einer Ueberseizringvon mehr als 6M Seiten, >a roohl drey Fehler seyn konnten.Denn auf drey Fchlcrchcn hat er alles, was in dem viertenBriefe wider ihn erinnert worden, zu rcduciren die Gcschick-lichkcit gehabt.
Wenn es nun wirklich wahr wäre, daß sein Criticus nurdrey Fehler auftrcibcn können, und daß er auf diese drey Fehlerdie ganze Arbeit, als die elendeste Ucbcrsctzung verworfen hätte:so konnte er leicht die Grobheiten verdient haben, die ihm Berg-mann zu sagen für gut befunden. Aus Achtung also gegendiejenigen von unsern Lesern, die nicht selbst Zeit oder Gele-genheit haben, sich von dem Gegentheile zu überzeugen, undderen Vertrauen wir nicht gern verscherzen wollten, müssen wirschon noch einige Seiten aufopfern.
°) Daselbst steht folgendes.
Bey dem Verleger wird umsonst ausgegeben:
Schreiben an den Verfasser der Briefe die neuesteLitteratur betreffend, von T. G. Bergmann.Weil aber der Herr Verfasser nur wenige Eremplare eingesendet hat,so werden die Liebhaber ersuchet, sich bey Zeiten zu melden.
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