Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
64
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Briefe, die ncncstc Litteratur betreffend.

lind der Versuch, den cr gemacht hat, ist sehr wohl ausgefallen.Ei» Freund hat mir ihn mitgetheilet. Und was gut ist, mußman mittheilen; ich theile ihn also auch Ihnen mit.

Ich weis, Sie erwarten nicht, daß die Ncbcrsctzung in Ver-sen seyn werde. Der einzige Deutsche, wollte ich fast sagen, hatdie Freyheit, seine Prosa so poetisch zu machen, als es ihm be-liebt, und da cr in dieser poetischen Prosc am trcucstcn seynkann, warum soll cr sich das Zoch des Sylbcnmaasscs auflegen,wo cr cs nicht seyn könnte?

Es ist aber auch keine wörtliche Ucbcrsctzung, denn Corolcysagt:Wcnn jemand den Pindar von Wort zu Wort übcr-sctzcn wollte, so würde man glauben, ein Rasender habe denanOern übersetzt.

Doch Sie sollen selbst urthcilcn. Es ist die crstc, die vierteund die cilftc der Olympischen Oden. Die erste, wcis ich, kennenSie gewiß. Wer sollte auch nicht so neugierig gewesen seyn,wenigstens die crstc Odc dcs Pindars zu lcscn, wcnn sie ihmauch noch so viel Mühe gekostet?

Der Olympischen Oden des pindars erste.An den Hiero, König von Syracus . °t. Strophe.

Der Elemente bestes ist Wasser, und wie die lodernde Flammezur Rächt, also glänzet hoch unterm stolzen Reichthum das Gold.Aber willst du Siege crzchlcn, o suche mein Geist, wie in des Ac-thcrs Wüsten am Tage kein erwärmender Gestirn, als die Sonne,so auch keine herrlichern Kampfe, als die Olympischen zn singen. Siebegeistern die Weisen zu jenen prächtigen Hymnen, die sie dem SohneSaturns , in Hicrons reichem, glückseligen Pallaste versammelt, weihen.4. Antistropye.

Er ist cs, der in dem hccrdenrcichcii Sicilien den Scepter dcsRechts trägt; cr brach sich von jeder erhabenen Tugend die Blume,und glänzt in der Blüthe der Harmonie, die wir Dichter öfters umdie freundschaftliche Tafel spielen. Wohlan denn! Greif von derWand herab, Muse, die dorische Lilhcr! wenn Pisas und Phcrcni-

° Als cr in den Olympischen Spiele » mit dem Ncmipfcrdc denPreis erhielt.