II. Theil. Trey und vierzigster Brief.
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Der Ausspruch ist strenge; aber ich glaube doch, er ist wahr.Das ausgesuchte Dritthcil haben sie alsdcnn in zwölf Büchervertheilet, die durch ein Paar dazu bequeme Sinngedichte zumAnfange und zum Schlüsse, in ein scheinbares Ganze ver-bunden werden. Der Anfang des ersten z. E. ist folgender,ls. Band V, S. 109.1
Und der Schluß des zehnten: >s. S. 248-1Nach dem Inhalte oder dem Tone der Sinngedichte, haben siesich bey ihrer Abtheilung zwar nicht gerichtet; doch scheint cSmir, als ob sie es bey dem einzigen sechsten Buche hatten thunwollen. Zn diesem nehmlich hat fast jedes Stuck, eine gewisseFeinheit, Naivität, Zärtlichkeit, ja nicht selten Schalkhaftigkeit;und >L.ogau erscheint da ganz als unser deutscher Larnll; wenner nicht oft noch etwas besseres ist. Urtheilen Sie selbst.
Ursprung der Dienen, ls. Band V, S. 185-1Welch eine gluckliche Fiction! Mit wie viel kleinen Bildernausgczicrct! Zn welch einer ungekünstelten, anständig tändelndenSprache vorgetragen! Und auf welche ernsthaftc Wahrheit an-gewandt! Hier sind noch einige aus diesem Buche.Rückkunft vom Freunde, Ankunft zur Freundin- ls- S. 180-1Auf die Pulchra. lS. 181-1An einen Bräutigam. sS. 182-1
Ich will Ihnen unterdessen nicht einbilden, daß alle bey-behaltene Stücke von gleichem Werthe sind. Die Herren Heraus-geber erkennen es selbst; „aber genug, sagen sie, daß in dem„unbeträchtlichsten noch stets etwas zu finden seyn wird, warum„es unsrer Wahl werth gewesen. Ist es nicht allezeit Witz,„so ist es doch allezeit ein guter und grosser Sinn, ein poeti-sches Bild, ein starker Ausdruck, eine naive Wendung und„dergleichen." — Und das muß man ihnen zugestehen! Dergute und grosse Sinn besonders, macht eine Menge von L.ogausSinngedichten, zu so vielen güldenen Sprüchen, die von allenMenschen ins Gedächtniß gefaßt zu werden verdienen.Einfältiges Gebet- ls- Band V, S. 2Z9.jZrcundschaft- sS. 247-1
Kurz, es ist nichts weniger, als eine Uebertreibung, wenndie Herausgeber sagen: „Es ist nnwidcrsprcchlich, daß wir in