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Briefe, die neueste Litteratur betreffend.
,,l»ismu K.ogau allein, einen Marrial, einen Larull, nnd Dio-,,nysms Caro besitzen.
XXVI. Den 29. Iunius. 1759.Vier und vierzigster Brief.
Es war der blosse Ä.ogan, von welchem ich mich mit Ih-nen in meinem vorigen Briefe unterhielt; nnd ich habe davonnoch nichts erwähnt, wie sehr sich, mich ausser der guten Wahl,die Herren Herausgeber um ihn, und zugleich um alle Liebhaberder deutschen Sprache, verdient gemacht haben.
Sie sind nehmlich mit ihrem Dichter wie mit einem wirk-lichen allen klaßischcn Schriftsteller umgegangen, und haben sichdie Mühe nicht vcrdricsscn lassen, die kritischen iLrychrai dessel-ben zu werden. Ihren Anmerkungen über seine Sprache habensie die Gestalt eines Wörterbuchs gegeben, und sie merken mitGrunde an, „daß ähnliche Wörterbücher über alle unsere gu-„tcn Schriftsteller der erste nähere Schritt zu einem allgemeinen„Wörtcrbuche unserer Sprache seyn würden.
„Die Sprache des L.ogau, sagen sie, ist, überhaupt zu„reden, :c. ls- Band V, S. 297.j
Von der Sprachcnmcngcrcy, die zu seinen Zeiten schonstark cingcrisscn war, zeigen sie, daß er völlig frey gewesen ist.Was er mit einem deutschen Worte ausdrücken konnte, dasdrückte er mit keinem lateinischen oder französischen aus; und erhat verschiedene aus andern Sprachen entlehnte Kunstwörternicht unglücklich übersetzt. Z. E. ^ceontus durch Zdevlanr;Inventarium, durch Fundregistcr; Profil, durch Durchschnitt,nnd zwar nicht nur von Gebäuden, sondern auch von einemGesichte, welches der Maler bloß von der Seite genommen hat;^„»tocilmus durch U)icder;inö:c- Doch war er hicrinn keinübertriebener Purist; sondern er spottet vielmehr über die zu-weitgchcndcn Neuerungen des sesen, der damals zu gottschedi-slrcil anfing.
Es unterscheidet sich aber seine Sprache von derjenigen,welcher sich itzt unsere besten Schriftsteller bedienen, vornehm-lich in zwey Stücken; in gewissen Wörtern und Fügungennehmlich, die wir, es sey nun mit Recht oder mit Unrecht, ha-