III. Theil. Acht uud vierzigster Brief.
121
O ich will hiervon abbrechen, ehe ich recht anfange; ichmöchte sonst alles darüber vergessen; Sie mochten, anstatt einesUrtheils über eine schöne Schrift, Satyre über unsere Nation,und Sport über die elende Dcnkungsart unserer Grossen zu le-sen bekommen. Und was würde es helfen? —
Der nordische Aufseher hat mit dem fünften Zcnncr desZahrcs 1758. angefangen, und hat sich in der Fortsetzung we-der an einen gewissen Tag noch an eine gewisse Länge der ein-zeln Stücke gebunden. Diese Freyheit hätten sich billig alleseine Vorgänger erlauben sollen. Sie würden dadurch nichtnur für ihre Blätter einen gewissen gefallenden Anschein derUngezwungenheit, sondern auch viel wesentlichere Vortheile er-halten haben. Sie würden ihre Materien nicht so oft habenbald ausdehnen, bald zusammenziehen, bald trennen dürffcn; siehätten sich gewisser Umstände der Zeit zu gelegentlichen Betrach-tungen besser bedienen können; sie hätten bald hitziger, baldbcqucmlicher arbeiten können :c.
Das ganze 1758stc Zahr bestehet aus sechzig Stücken, dieeinen ansehnlichen Band in klein Quart ausmachen. Der HerrHofpredigcr Lramer hat sich auf dem Titel als Herausgebergcncnnt." Wie viel Antheil er aber sonst daran habe; ob erder einzige, oder der vornehmste Verfasser sey; wer seine Mit-arbeiter sind: davon sucht der Leser vergebens einige nähereNachricht. Er muß versuchen, wie viel er davon aus dem Stilund der Art zu denken, errathen kann.
Doch die wahren Verfasser itzt aus den Gedanken zu lassen,so giebt der nordische Aufseher vor, daß er ein Sohn desNestor Ironside sey, der ehemals das Amt eines Aufsehersder Sitten von Großbritannien übernahm, und mit allgemeinemBcyfalle verwaltete. Er hcissc Arthur Ironside; seine Muttersey die Wittwe eines deutschen Ncgociantcn gewesen, die seinenWater noch in seinem fünfzigsten Jahre gegen die Liebe empfind-lich gemacht habe; nnd vielleicht habe dieser nur deswegen vonihm geschwiegen, um sich nicht, dieser späten Liebe wegen, dem
" Der nordische Aufschcr, herausgegeben von Johann Andreas Krämer.Erster Band. Sechzig Stuck. Kopenhagen nnd Leipzig bey Ackermann.3 Alphab. 12 Bogen.