Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
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Briefe, die neueste Litteratur betreffend.

Dieser Endlichkeit Looß,

Tiefe Schwere der Erde,

Fühlt auch meine Seele,

Wenn sie zu Gott, zu Gott!

Zu dem Unendlichen!

Sich erheben will!

Anbetend, Vater, sink ich in Staub und sieh!

Vernimm »icin Flehn, die Stimme des Endlichen!

Mit Feuer taufe meine Seele,

Daß sie z» dir sich, zu dir, erhebe!

Allgegenwärtig, Vater, umgiebst du mich!

Steh hier, Betrachtung, still, und forsche

Tiefem Gedanken der Wonne nach!Und dieses vorbereitende Gebet ist der Anfang des Gedichtsselbst. Ein würdiger Anfang! Aber wenn ich Ihnen sagensollte, was ich denn nun aus dem Folgenden, von der Allgcgen-wart Gottes mehr gelernt, als ich vorher nicht gewußt; welchevon meinen dahin gehörigen Begriffen, der Dichter mir mehraufgeklart; in welcher Ueberzeugung er mich mehr bestärket: soweiß ich freylich nichts darauf zu antworten. Eigentlich ist dasauch des Dichters Werk nicht. Genug, daß mich eine schöne,prächtige Tiraöe, über die andere, angenehm unterhalte» hat;genug, daß ich mir, während dem Lesen, seine Begeisterung mitihm zu theilen, geschienen habe: muß uns denn alles etwas zudenken geben?

Ich hebe meine Augen auf, und sehe,

Und stehe, der Herr ist überall!

Erde, aus deren Staube

Der erste der Menschen geschaffen ward,

Auf der ich mein erstes Leben lebe!

In der ich verwesen,

Aus der ich auferstehen werde!

Gott, Gott würdigt auch dich,

Dir gegenwärtig zu seyn!Mit hcilgcm Schauer

Brcch ich die Blum ab!