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Briefe, die neueste Litteratur betreffend.
werfen wollen; endlich aber habe er sie, in Betrachtung sovieler freundschaftlichen Leser, die er nicht gern dem Vorwürfeaussetzen wollen, ihren Beyfall an etwas ganz unwürdiges Ver-schwender zu haben, zu verbessern beschlossen.
Den Anfang dieser Verbesserung hat er mit seinen Fabelngemacht. „Zch hatte mich, sagt er, bei keiner Gattung von„Gedichten zc. >s. Band V, S. 356 j Phrygicrs gemacht, zc.
Und kurz; hieraus ist das gegenwärtige kleine Werk seinerFabeln entstanden, welches man als den ersten Band der gänz-liche» Umarbeitung seiner Schriften anznschen hat. Zch mußdie Ordnung, die er darin» beobachtet, umkehren, und Zhncnvorher von seinen beygefügten Abhandlungen über diese Dich-tungsart etwas sagen, ehe ich die Fabeln selbst ihrem Urtheileunterwerfen kann.
Es sind diese Abhandlungen fünfe. Die erste, welche dieweitläufigste und dabey die wichtigste ist, untersuchet das Mescnder Fabel. Nachdem die Einthcilung der Fabeln in einsackeund zusammengesetzte, (das ist in solche, die bey der allgemeinenWahrheit, welche sie einprägen sollen, stehen bleiben, und insolche, die ihre allgemeine Wahrheit auf einen wirklich gesche-henen, oder doch als wirklich geschehen, angenommenen Fall,weiter anwenden) vorausgeschickt worden, gehet der Bcrfasscrdie Erklärungen durch, welche Ve la Motte, Richcr, Dreiringerund Battcnx von der Fabel gegeben haben. Bey der Erklärungdes ersten, die allen folgenden Erklärungen zum Muster gcdicncthabe, ist er vornehmlich gegen das Wort Allegorie, und behaup-tet, daß die Fabel überhaupt.nicht in der Erzchlung einer alle-gorischen Handlung bestehe, sondern daß die Handlung nur inder zusammengesetzten Fabel allegorisch werde, und zwar alle-gorisch, »icht mit dem darinn enthaltenen allgemeinen Satze,sondern mit dem wirklichen Falle, der dazu Gelegenheit gegebenhat. An der Erklärung des Ricker setzet er vornehmlich diesesaus, daß sie ein blosses allegorisches Vilö zu einer Fabel fürhinreichend hält. „ Ein Bild, sagt er, hcissct überhaupt zc. ^s. BandV, S. 36!11 eine Fabel? — Ein jedes Gleichniss zc. fs. S. 37H„durch das Wort -Handlung ausdrücken. — Mit diesem Worteverbindet er aber einen viel weitem Sinn, als man gemeiniglich