Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
194
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494 Vriefe, die neueste Litteratur betreffend.

Frieden, sehr viele vor diesem Theile der Gelehrsamkeit einenEckcl. Und nun sicng sich ein neuer Pcriodus mir den Wissen-schaften an; indem in Italien Galilöus, in England Zdaco,Harvaus und Gilbcrcus, in Frankreich Lartesius und Gajscn-dus, und in Deutschland der einzige, den ich diesen Männernentgegen zu setzen wüßte, Joachim Iunge, durch verschiedenetreffliche Erfindungen oder Gedanken, den Menschen Hofnungmachten, die Natur vermittelst der mathematischen Wissenschaf-ten näher kennen zu lernen. Zch will jetzt nicht untcrsu-chcn, worinn es, wieich glaube, heut zu Tage versehen wird,und woher es kömmt, daß die Schüler so grosser Männer,ob sie gleich mit so vielen Hülfsmitteln versehen sind, dennochnichts besonderes leisten; denn es ist hier nicht der Ort dazu.Zch will nur dieses einzige anmerken, daß seit dieser Zeit dasStudium der Alterthümer und die gründliche Gelehrsamkeithin und wieder in Verachtung gekommen, so daß sich wohlgar einige in ihren Schriften irgend einen Autor zu citiren,sorgfältig enthalten, theils damit sie alles aus ihrem Kopfegenommen zu haben scheinen mögen, theils weil es ihrer Faul-heit so bequemer ist; da gleichwohl die Anführung der Zeugen,wenn es auf geschehene Dinge ankömmt, von der unumgäng- liebsten Nothwendigkeit ist, und Nur durch sie gründliche Un-tersuchungen sich von einem seichten Geschwätze unterscheiden.Damit also dieses Uebel nicht weiter um sich fresse, kann mandie Welt nicht ernstlich genug erinnern, wie viel der Religionan der Erhaltung der gründlichen Gelehrsamkeit gelegen sey.Und was meinen Sie, wenn diese Erinnerung schon zuAeibniiz Zeiten, da noch GuSu und Spanhcime, vossii undHcmsii lebten, so nöthig war, wie viel nöthiger wird sie jetztseyn, jetzt da wir noch kaum hier und da Schatten von diesenMännern haben, und besonders unsere Gottcsgclchrte, die sichdie Erhaltung dieser gründlichen Gelehrsamkeit am meisten soll-ten angelegen seyn lassen, gleich das allerwenigste davon verste-hen? Doch anstatt diese verkleinernde Parallele weiter auszu-führen, erlauben Sie mir lieber, Ihnen noch den Schluß desLcibnitzischcn Briefes vorzulegen.