V. Theil. Sieben lind sicbciijiiister Brief.
die Alten die Wahrheit als keine Göttin verehret haben, sokam es ohne Zweifel daher, weil der abstrattc Bcgris der Wahr-heit nur in den Köpfen ihrer Wcltwcisen crisnrtc, und ihreWcltwciscn die Leute nicht waren, die gern vergötterten, unddie Menge der Altäre vermehrten.
Wollen Sie, daß ich Sie noch ein andermal mit verschie-denen artigen Kleinigkeiten und litterarische» Anekdoten aus die-ser Sammlung von Briefen unterhalten soll: so erwarte ich nureinen Wink. G-
Fünfter Theil.I. Den 3. Januar. 1760.Sieben und siebenzigstcr Brief.
Leev ileruni <üi'ih>iuu8!
Ich werde abermals das Vergnügen haben,Sie mit einem Werke zu unterhalten, das durch die Feder desberühmten Herrn Dusch geflossen ist.
I^t ekt milii 1u!vv vooaiulus
^cl partes.
Und wie oft werde ich dieses abermals, abermals brauchen müssen!Herr Dusch hat geschrieben, schreibt und wird schreiben, so langeer noch aus Hamburg Kiele bekommen kann: Schooßhundc undGedichte; Licbcstcmpcl und Verleumdungen; bald nordische undbald allgemeine Magazine; bald satyrische, bald hämische Schrif-ten; bald verliebte, bald sreymüthige, bald moralische Briefe;bald Schilderungen, bald Ucbcrsctzungcn; und Uebcrsctzungcnbald aus dem Englischen, bald aus dem Lateinischen.
Hloul'll'ulli uulli» virtulo I'vilvmptum!
O der Polygraph! Bey ihm ist alle Critik umsonst. Za mansollte sich fast ein Gewissen machen, ihn zu critisircn; denn diekleinste Critik, die man sich gegen ihn entfahren läßt, giebtihm Anlaß und Stoff zu einem Buche. Und so macht sichja der Criticus seiner Sünden thcilhaft? — Zwar von diesenseinen Strcitbüchcrn, sage ich Ihnen dicscsmal nichts. Siesind noch schlechter als seine Ucbersctzungcn; und das Beste mußich Ihnen doch zuerst bekannt machen.