Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
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Briefe, die neueste Litteratur betreffend.

art zu danken haben; der Verfasser des Schuizgeiffes; der-jenige, der an dem Iünglinge, den Bremischen Beytragen,und darauf erfolgten vermischten Schriften, einen ansehnlichenAntheil genommen hat, endlich der Verfasser der meisten Stücke

des Nordischen Aufsehers, sind nur--ein einziger Mann,

welcher in der ersten Hälfte der gewöhnlichen Lebenszeit einsolcher einziger Mann ist!

Sie sehen, Herr Basedow nimmt das Maul voll, er magschmähen, oder er mag loben. Die Hyperbel ist seine Lieblings-figur in beyden Fällen. Dieser einzige Mann! Nicht zu ver-gessen; er war auch einer von den höllischen Bemühern, die-ser einzige Mann! Aber soll ich ungerecht gegen jemand seyn,weil ihn ein Schmeichler auf eine unverschämte Art lobt? Nein.Herr Lramer ist allerdings ein verdienter Gottcsgclehrter; einervon unsern trefflichsten Schriftstellern. Aber Herr Lramer istein Mensch; könnte er in einer Wochenschrift nicht etwas ge-macht haben, was ihm nicht ähnlich wäre? Und wenn ich daslind das an ihm mißbillige, verkenne ich darum seine Verdienste?

Zch weis gar nicht, was Herr Basedow will. Für ihn schicktees sich am allerwenigsten, der Verfechter des Nordischen Auf-sehers zu werden. Er hat Lobsprüchc darinn erhalten, die seineUnpartheylichkcit sehr zweifelhaft machen müssen. Zch beneideihm diese Lobsprüchc nicht. Zch spreche sie ihm auch nicht ab.Aber man dürfte sagen: eine Hand wäscht die andere. Und nochmehr. Herr Basedow ist selbst einer von den Verfassern des Nor-dischen Aufsehers. Es würde inir ein Leichtes seyn, die Stückezu nennen, die ganz gewiß niemand anders als Er gemachthat: oder ich müßte mich auf die Schreibart wenig verstehen.Wenn man nun also vermuthete, daß es ihm nicht sowohl umdie Wahrheit, nicht sowohl um die Ehre des Herrn Lramers,als um seine eigene Ehre, um die Ehre eines Buchs zu thunsey, in welchem er gerne wolle, daß ein ewiger Weyranch fürihn dampfe; eines Buchs, das er gewisser maasscn auch seinBuch nennen kann?

Herr Lramer selbst findet sich ja durch unsere Critick beyweiten nicht so beleidiget, als ihn Herr Basedow beleidiget zuseyn vorgicbt. Denn er soll ihrer, in der Vorrede zu dem