VI. Theil. Hundert und dritter Brief.
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k»r nno m.illne; i'otle? f»i- fos enruiles la no.in <Iu linn ,I<z lVo-ini-v, <.^5 vnus n'vn serex pas un tlerciile. Dieses seltene Ta-lent gebe ich dem Herrn Gramer, nnd gebe es ihm in dem höch-sten Grade: nnd doch habe ich ihn geschmäht, doch habe ich ihnauf eine ungezogene Art geschmäht? Sind seine Schmeichlernicht die nnverschämtesten, die uiNvisscndstcn, die nntcr derSonne seyn können? Wenn sie noch nicht gelernt haben, wiesehr nnd worinn der Poet von dem Nersisicateur nntcrschicdcnist: so mögen sie es doch mir erst lernen, ehe sie einen ehrlichenMann, der es zu bcgrciffcn gesucht hat, und sich diesem Be-griffe gemäß ausdrückt, darüber chicanircn. Wäre das nicht bil-lig? Oder suchen sie es erst aus unsern Briefen zu lernen? Ze.der von uns wird ihnen sagen: -r«?' ^>.o-, «oxo? o-u xvoe-rT-xr-xt.
Und der aufrichtige Herr Vafcdorv! Mit aller seiner Auf-richtigkeit ist er ein offenbarer FalsarinS. Ich habe, wenn Siemeine alten Briefe nachsehen wollen, Lraincrn den vortreff-lichsten Versisicatcur gcncnnt: und Herr Vafedou? macht sei-nen Lesern weiß, ich hätte ihn nur einen guten Versificateurgcncnnt, nnd läßt° diese beyden Worte mit Schwabacher drucken,als ob cs mcine eigene Worte wären. Welch eine schamloseDreistigkeit! mich seines eigenen Ausdrucks zu bedienen. Istdenn ein guter, mit welchem Beywortc man oft eine kalteIronie verbindet, eben das, was der vortrefflichste ist, mitwelchem Bcywortc sich leicht nichts zwcydcutigcs, nichts ironi-sches verbinden läßt? — Zeh sagc ferner: Lramer besitzt diebencidcnsrvürOlgste Leichtigkeit zu reimen; und Nasedorv läßtmich ihm nur eine beneidenswürSige beylegen. Ich brauchenicht gern einen Superlativum ohne Ursache. Und wo ich ihnbrauche, will ich, daß mir ihn mein Gegner lasse, wenn ich anseiner Aufrichtigkeit, mit der er so pralet, nicht sehr zweifeln soll.
Aber wie elend führt er, auch nach dieser Verfälschung, dieSache seines Freundes. Hören Sie doch nur. „Das poetische„Genie des Herrn Hofprcdigcrs, »nd besonders zu erhabenen„und zugleich lehrreichen Oden, ist zu bekannt, als daß der„Journalist mit Grunde hätte hoffen können, Beyfall zu fin-
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