232 Briefe, die neueste Litteratur betreffend.
„Kampfes desto glücklicher vertheidigen könne. Es scheinet zwar, daß„man von den Einwendungen wider die Wahrheit nicht unterrichtet„zu seyn brauche, sobald man sie nicht aus Lorurtheil und Gewohn-heit annimmt; sobald man sie bekennt, weil es richtige, überwiegende„und unumstößliche Beweise waren, die unö überredeten. Allein, wenn„man diese Wissenschaft besitzt, und die Schwäche, die Nichtigkeit, und„besonders auch die Strafbarkeit der Einwürfe kennt: So hat man„weniger zu befürchten, daß die Ruhe unsers Verstandes in der„Wahrheit eine uucrwaricie und gewaltsame Erschütterung leiden werde;„unsre Vernunft ist selbst vor einer plötzlichen Unordnung und Ver-dunklung sichrer; man ist vorbereiteter und geübter, zu widerstehen,„und ist der rechtschaffene Mann, der seinen Glauben liebt, nicht„verbunden, denen zu widerstehen, welche die grossen Grundsätze dessel-ben angreiffcn, und entweder durch künstliche und verblendende Schlüsse,„oder'durch Einfälle, welche voll Witz zu seyn scheinen, ihrer Würde„und zugleich ihres Nutzens zu berauben suchen? Vielleicht ist seine„Ueberzeugung so gewiß und unbeweglich, daß ihn keine Einwürffe„irren können; aber wenn er in irgend einem gesellschaftlichen Ge-spräche, durch solche Zudriiigungcn aufgcfodcrt, welche ihn verbinden,„beleidigte Wahrheiten zu vertheidigen, auf gewisse Einwürfe nicht„antworten kann; wenn er nicht fähig ist, ihnen ihren falschen Schim-„wer von Wahrheit und Vernunft zu nehmen, und das Falsche in„feindseligen Beschuldigungen zu entdecken: So wird er wider seinen„Willen die stolzen Verächter seines Glaubens in der Einbildung be-„stärken, daß sie diejenigen, die sich für verbunden achten, Religion„zu haben, weil übersehen; sie werde» sein Stillschweigen und die„Verwirrung, worein sie ihn brachten, für einen Triumph über sie„selbst halten, und den Schwächer» können sie vielleicht mit geringerer„Mühe zur Gleichgültigkeit gegen Warhciten verführen, die 'er nicht„genug schätzet, weil er sie nicht genug untersucht hat. :c.
Was plaudert der Mann? Sie werden ihn schon nocheinmal lesen muffen. Und wenn Sie denn nun sein BischenGedanken weghaben; wollten Sie sich nicht getrauen, cs mitdem siebenden Theile seiner Worte, eben so stark und schönervorzutragen? G.