Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
258
Einzelbild herunterladen
 

2.68

Briefe, die ncuesie Litteratur betreffend.

damit zn maskiren; und Er will sie annehmen, vielleicht weiler glaubt, daß sie gut läßt, daß sie bczaubert. Wenn eineneue Mode aus einer gewissen Bedürfniß entsprungen ist, habendarum alle, welche dieser Mode folgen, die nehmliche Bedürf-niß? Haben alle, die einen Kragen am Kleide tragen, einenSchade» an ihrem Halse, weil ein solcher Schaden den erstenKragen, wie man sagt, veranlaßt hat? G.

Hundcrc und eilfter Brief.

Die Verlegenheit, in die mich Herr Basedow in Ansehungdes zweyten Mitarbeiters an dem Nordischen Aufseher, desHerrn Rlopstocks, mit aller Gewalt setzen will, hat mich vonGrund des Herzens lachen gemacht.

Auch das fünf und zwanzigste Stück, sagt Herr Nasedorv,von einer dreyfachen Art über Gott zu denken, dessen Verfas-ser der Herr Rlopstock ist, wird von dem Herrn Journalistensehr feindselig angegriffen. Er muß vermuthlich das Klop-stockischc Siegel nicht darauf gesehen haben, wie auf andernStücken desselben Verfassers, von welchen er mit Hochachtungredet. Herr Basedow will vermuthlich hier spotten. Ver-muthlich aber wird der Spott auf ihn zurück fallen. Denn ge-setzt, ich hatte allerdings das Klopstockische Siegel darauf er-kannt: was weiter? Hätte ich es blos deswegen, ohne fernereUntersuchung, für gut, für vortrefflich halten sollen? Hätte ichschliesscn sollen: weil Herr Rlopstock dieses und dieses schöneStück gemacht hat; so müssen alle seine Stücke schön seyn? Zchdanke für diese Logik.Herr Rlopstock, heißt es an einemandern Orte,so gewogen der Criticus sich demselben auch an-stcllt ». Anstellt? Warum denn anstellt? Zch kenne denHerrn Rlopstock von Person nicht; ich werde ohne Zweifel niedas Vergnügen haben, ihn so kennen zu lernen; er wohnt inKopenhagen , ich in *°; ich kann ihm nicht schaden; er soll mirnichts helfen: was hätte ich den» also nöthig, mich gegen ihnanzustellen? Nein, ich versichere den Herrn Basedow aufmeine Ehre, daß ich dem Herrn Rlopstock in allem Ernste ge-wogen bin; so wie ich allen Genies gewogen bin. Aber des-wegen, weil ich ihn für ein grosses Genie erkenne, muß er