Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
267
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VIl. Theil. Hundert und sieben und zwanzigster Brief. 267

len für Lrakel, du wirst weder der t?rste noch der Letzte seyn, der

das thut--

Alles, was er mir sagte, dünkte mich seiner sakrischen (Gestaltund seinem bocksmaßigcn Namen zn entsprechen. Indessen folgte ichihm, und verfertigte auf einem Stein folgende Fabeln.

Wic gefällt Ihnen das? Die Schnacke ist schnurrig genug;aber lassen Sie nns doch sehen, anf wie viel Wahrheit sie sichgründet. Erst eine kleine Anmerkung über den Capriccio. Derarme Capriccio! Hat der es nun auch mit den Schweißernverdorben? Noch im Zahr 1749, als sie uns die Gedichte dcSPater Lcva bekannt machen wollten, stand Capriccio bey ih-nen in sehr grossem Ansehen. Da war er der poetische Taumel;da war er der muntere Spürhund, der in einer schallenden Jagd,die das Hüfthorn bis in die abgelegensten dunkclnstcn Winkelder menschlichen Kenntnisse ertönen läßt, das seltsamste Wildaufjagt; da war er Alukis ArstiMmus Iiolpos; da hatte er demPater sein Gedicht auf den Rnabcn Jesus machen helfen; dahatte er auch deutschen Dichtern die trefflichsten Dienste gethan;den einen hatte er in einer zärtlichen Elegie seine Liebe derje-nigen erklären lassen,die ihm das Schicksal zu lieben auferlegtund ihm ihre Gegenliebe geordnet, die er aber noch nicht kannte,noch niemals gesehen hatte;" der andere war durch ihn ineiner choriambischen Odebis in die Tiefen jener Philosophiegelangt, in welchen er sich mit seinen Freunden noch alsAtomos, die allererst aus der Hand der Natnr kamen, erblickte,bevor sie noch gebohrcn waren, doch sich nicht ganz unbewußt.

Klein wie Theilchcn des Lichts ungesehn schwärmclcn,

wie sie auf einem Lrangeblatt »Sich zum Scherzen versammelten,

Im wollüstigen Schooß junger Aurikelchen

Oft die zaudernde Zeit schwatzend beflügelten.Das alles war und that Capriccio bey den Schwcitzern 174!1.Und was lassen sie ihm j7sw thun? Schlechte Leßingischc Fa-beln machen. Welche Ncrändcrung ist mit ihm vorgegangen?Mit ihm keine, aber desto grössere mit den Schwcitzcrn. Ca-priccio ist der Gefährte der Fröhlichkeit: