VIl. Theil. Hundert und siebe» und zwaiijigsicr Brief. 269
Es war ein allerliebster Einfall! Denn der Einfall kam vomCapriccio. Seit dem kam der EinfallES donnert! Trink und sich auf mich!
ZcvS ist gerecht; er straft das Meer:
Sollt er in seinen Nektar schlagen?allem Ansehen nach, zwar anch vom Capriccio: allein Capricciosteht nicht mehr bey ihnen in Gnaden, und Ä.csiing ist ein pro-faner Böscwicht.
Aber zur Sache. „Laß uns, muß Capriccio sagen, im„Aclian und Suidas und Antonius Libcralis jagen." Waswill -Hermann Axel damit zu verstehen gebe»? Offenbar, daßMessing seine Fabeln nicht erfunden, sondern aus diesen altenSchriftstellern zusammen gestoppelt habe. Es ist wahr, er füh-ret sie in seinem Verzeichnisse an: allein wer diese Anführungenuntersuchen will, wird finden, daß nichts weniger als seine Fa-beln darinn enthalten sind. Kaum daß sie einen kleinen Um-stand enthalten, auf welchen sich dieser oder jener Zug in derFabel beziehet, und den er dadurch nicht ohne Autorität ange-nommen zu haben erweisen will. Die Wahrheit zu sagen, hätteich es selbst lieber gesehen, wenn uns K.cßing diese kleine ge-lehrte Brocken erspart hätte. Wem ist daran gelegen, ob er esaus dem Aclian oder aus der ^een-» pliilologica hat, daß z. E.das Pferd sich vor dem Kamcclc scheuet? Wir wollen nicht dieGenealogie seiner Kenntniß von dergleichen bekannten Umstän-den, sondern seine Gcschicklichkcit sie zu brauchen, sehen. Zudemsollte er gewußt haben, daß der, welcher von seinen Erfindun-gen, sie mögen so groß oder so klein seyn als sie wollen, einigeEhre haben will, die Wege sorgfältig verbergen muß, auf wel-chen er dazu gelangt ist. Nicht den geringsten Anlaß wird erverrathen, wenn er seinen Vortheil verstehet: denn sehr oft istdie Bereitschaft diesen Anlaß ergriffen zu haben, das ganze Ver-dienst des Erfinders; und es würden tausend andere, wenn sieden nehmlichen Anlaß gehabt hätten, wenn sie in der nehmli-chen Disposition ihn zu bemerken, gewesen wären, das nehmlicheerfunden haben. Unterdessen kömmt es freylich noch darauf an,