Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
272
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Briefe, die neuesie Litteratur betreffend.

Ernst geschrieben scheinet. Sie wollen in dem Vortrage und den Lor-stclluugeu eine schmackhafte und niedliche Zubereitung haben. Ich dächte,daß wir dieser Betrachtung deinen Phacton, deine Verwandlungen,und deine Katze in Elysium schuldig wären."

Und das ncimt Axel eine Lcssingischc Fabel? Wenn cr unsdoch nur eine einzige anführte, wo dieser Verfasser ein so kah-ler Ausschrcibcr ist, nnd eine schöne Stelle eines Alten so jäm-merlich zu seinem Nutzen verarbeitet. Was hat Axel hier hinzu-crfundcn? Was hat cr anderes, was hat cr mehr hinein gelegt,als nicht schon darinn licgt? Wenn cr, als cin Schweizer , we-nigstens nur noch cincn Schritt weiter gegangen wäre, und denleckerhaflen Esser zum dritten hätte sagen lassen,der ange-nehmste Käse ist der, der kein Käse ist:" so wäre es dochnoch etwas gewesen. Aber auch das hat er nicht gethan; under scheinet mir ganz der Poet Linna selbst gewesen zu seyn,der hier die Ehre hat, gegen den Fresser eine sehr alberne Per-son zu spielen.

Nicht L.. sondern Axel selbst ist seit langer Zeit als ein Zu-sammenschreibet bekannt, der seine Vclesenhcit für Erfindungs-kraft zu vcrkaufcn weiß. Z. E. Als ihn der Verfasser derneuen criuscben Briefe sein Probestück machen ließ, nnd ihmverschiedene Aufgaben zu Fabeln vorlegte, befand sich auch diesedarunter:Auf cincn dcr sich rühmte, cr kenne das Gedicht,der Messias, sehr wohl, es wäre in Hcramctcrn verfasset, under hätte den Vers aus demselben behalten:

Also versammelten sich die Fürsten der Hölle zu Satan.Geschwind besann sich Axel auf cin andcrcs Schulbüchclchcn,und crzehltc folgendes:

Der pallast des Prinzen Eugens.Man redete in einer Gesellschaft von dem Pallaste des PrinzenEugens, der in dem Preusstschcu llcbcrfall sollte niedergerissen wer-den. Man war sehr bemüht sein Ebcnmaaß, seiue Abtheilungen undganze Form zu untersuche». Ein Mensch, der grosse Reisen gethanhatte, schwieg lange stille, endlich fieng cr an: Tiefer Pallast ist mirso gut bekannt, als irgend jemanden. Ich war in Wien , als ergebauet ward, und ich habe das Glück cin Stückchen von dem Mar-mor zu besitzen, woraus er gebauet ist. Zugleich zog er das Stück-

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