XXIII. Theil. Tret) hundert lind zwey liiid drcyßigstcr Br. 277
entgelten, eoncotti ward die Ehrcnbcncnnung aller italienischenGedichte, und wenn der einzige Tasso sich noch cinigcrmaasscnin Ansehen erhielt, so hatte man es fast einzig und allein denSprachmcistern zu verdanken.
Der Inhalt dieser Versuche wird daher für die meisten Le-ser auch das Verdienst der Neuheit haben, und unsere gutenKöpfe werden ganz unbekannte Gegenden nnd Küsten darumentdecken, wohin sie ihr poetisches Eommcrcium mit vielem Vor-theile erweitern können. Den Vorzug, der die italienische Dicht-kunst insbesondre unterscheidet, setzet der Verfasser, in die Leb-haftigkeit der Einbildungskrast und den Reichthum an Bildern,die mit der Starke und mit der Wahrheit ausgemalet sind, daßsie sich in die Gegenstände selbst zu verwandeln scheinen. Unddieses ist gleich die Seite, von welcher unsere Dichtkunst nursehr zwcydcutig schimmert. Ich sage zwcydcutig; dcun auch wirhaben malerische Dichter die Menge; aber ich besorge sehr, daßsie sich zu den malerischen Dichtern der Italiener nicht viel an-ders verhalten, als die Niederländische Schule zu der Römischen.Wir haben uns zu sehr in die Gemählde der leblosen Naturverliebt; uns gelingen Scenen von Schäfern und Hirten; unserekomische Epopccn haben manche gute Zöambocciade: aber wosind unsere poetische Raphaels, unsere Maler der Seele?
Das Nortrcflichc der italienischen Dichter, hat indeß unsernVerfasser nicht geblendet; er siehet ihre Schwäche und Fehler,wie ihre Schönheiten. Man muß bekennen, sagt er, daß siebey weiten mit der Stärke nicht denken, mit der sie imaginircn.Daher kömmt die Unregelmäßigkeit des Plans, nach dem diemeisten ihrer Gedichte angelegt sind; daher die häufsigcu Ungleich-heiten, und der Mangel an starken und neuen Gedanken, dieeinen denkenden Geist so angenehm in den Schriften der Eng-länder beschäftigen; dieses ist endlich die Ursache, die zu weilenauch einige ihrer besten Dichter zu den leeren Spitzfindigkeitenverleitet hat, die den italienischen Geschmack in so nbcln Rnfgebracht haben.
Die poetische Landkarte, die er bey dieser Gelegenheit ent-wirft, scheinet dem ersten Ansehen nach ein Spiel des Witzeszu seyn, und ist im Grunde mit aller Genauigkeit einer gcsun-