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„Sein erstes Trauerspiel fällt in die sieben und siebzigste„Olympias. Das sagt iLusebius, das sagt auch Plutarch: nur„muß man das Zeugniß dieses letztem recht verstehen; wie ich„denn beweisen will, daß man gar nicht nöthig hat, die ver-neinte Verbesserung anzunehmen, welche Samuel Petit dar-„inn angegeben hat (I).
„Damals war der dramatische Dichter auch zugleich der„Schauspieler. Weil aber Sophokles eine schwache Stimme„hatte, so brachte er diese Gewohnheit ab. Doch blieb er darum„nicht ganz von dem Theater (x).
„Er machte in seiner Kunst verschiedene Neuerungen, wo-„ durch er sie allerdings zu einer höher» Staffel der Vollkom-menheit erhob. Es gedenken derselben zum Theil Aristote-les (l.); zum Theil Suidas (AI); zum Theil der ungenannte„Biograph (X).
„Mit der Aufnahme seiner Antigone hatte Sophokles „ohne Zweifel die meiste Ursache, vergnügt zu seyn. Denn die„Athcnicnscr wurden so entzuckt davon, daß sie ihm kurz darauf„die Würde eines Feldherrn ertheilten. Ich habe alles gcsam-„mclt, was man von diesem Punkte bey den Alten findet, die„sich in mehr als einem Umstände widersprechen (0). Viel„Ehre scheinet er ais Feldherr nicht eingelegt zu haben (?).
„Die Zahl aller seiner Stücke wird sehr groß angegeben ((Z).„Nur sieben sind davon bis auf uns gekommen; und von den„andern ist wenig mehr übrig, als die Titel. Doch auch diese„Titel werden diejenigen nicht ohne Nutzen studieren, welche„Stoffe zu Trauerspielen suchen (k).
„Den Preis hat er öfters davon getragen (8). Ich führe„die vornehmsten an, mir welchen er darum gestritten hat
„Mit dem Luripivcs stand er nicht immer in dem besten„Vernehmen (v). Ich kann mich nicht enthalten eine Anmer-kung über den Vorzug zu machen, welchen Sokratcs dem„Euripioes ertheilte. Er ist der tragischen Ehre des Sopho-„t'lcs weniger nachteilig, als er es bey dem ersten Anblicke„zu seyn scheinet (X).
„Verschiedene Könige ließen ihn zu sich einladen; allein cr