^12 Sophokles,
Sophokles zum Aeschylns nicht so wohl ans gegenwärtigerStelle des Plntarchs, als ans der Ncrglcichnng ihrer Stücke ge-zogen habe? Warum das?
Einer Besorgnis; wegen. Man darf den Plutarch nur einwenig kennen, um zu wissen, daß ihm sein Gedächtniß mehrals einen Übeln Streich gcspiclct hat. Wie wenn cs ihm auchhier nicht treu genug gewesen wäre? Wie wenn er das, was ervon dem Sophokles sagt, von dem lLun'piScs hätte sagen sollen?Zeh will die Gründe dieser meiner Besorgnis? vorlegen. — Zc>-lpox^rz? x^.?)/-, schreibt plnrarch; „Sophokles hat gesagt."Wo hat er es gesagt? Hat er cs in einem von seinen Werken ge-sagt? Und welches ist das Werk, wo er dieses nicht eben allzubc-schcidnc Bekenntniß hätte thun können? Es müßte nothwendigdas Buch gewesen seyn, welches er über Ven Lhorus geschriebenhat, lind dessen ich in der Anmerkung (1.^) gedenken werde.War es hier, wo er so mancherley an dem Acsch>'lus auszu-setzen hatte, wie ist sein obiger Zlusspruch von diesem seinenAorgänger, »7-i ^« -Z-o^« Tro^sses), damit zu vergleichen?Wie ist die Hochachtung überhaupt damit zu vergleichen, die erbeständig gegen diesen Vater der Tragödie gehabt hat? Hätteer sich selbst geschmeichelt, so vieles nach dem Aesckylus in dertragischen Dichtkunst verbessert zu haben, würde er nicht geneigtgewesen seyn, sich weit über ihn zu setzen? Als er aber, nachder Erdichtung des Arilrophancs, in daö Reich der Schattenkam, wo Aescbylus den tragischen Thron besaß, wie bezeigte ersich gegen ihn?
— — — ZZx^cre ^i,ev ^ic^x^ov,Ore c5rz xcx i^/3«^,x T^v c5-A«v
I^cxxrn'o^ 'v7rxx^5>^o'L^ «v^k« ^o-u A^ovo'u (uiiil).Er küßte ihn; er ließ ihm die rechte Hand; er begab sich desThrones völlig. Man sage nicht: das ist die Erdichtung einesKomödicnschrcibcrs. Dieser Komödicnschreibcr konnte von denwahren Gesinnungen des Sophokles gar wohl unterrichtetseyn, und durfte itzt seine Erdichtungen nicht anders, als ihnen
(see) Bcv dem AthenäuS . Man sehe die vorhergehende Anmerkung(«) Seile 307.
(uiili) Aristophancs >» den Fröschen Zeile 800 u. f.