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6 (1839)
Entstehung
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Sophokles.

scheute sich nicht, Könige lind andere vornehme Personen inelenden und zerrissenen Kleidern auszuführen. Wie wohl oderwie übel er daran gethan, will ich itzt nicht untersuchen. Ge-nug daß dieses offenbar einer von den Fallen ist, wo erXllci-llT-xxvov xcxT'cxci'xxu,l^' ganz bey Seite gesetzt hat. Das?rlx;»>i> derselbe», wodurch Acschylus das Schrecken zu beför-dern suchte, war ohnedem seine Sache nicht.

Und nun der dritte Punkt: ?p^c>v ^<5r, ---<, 7-,^ Xr^lv-,-

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Sophokles soll den ganzen Charakter der Rede umgcschaffen,und ihn, so viel möglich, sittlich und moralisch gut gemachthaben? Das sieht dem Sophokles nicht ähnlich. Dazu warer zu viel Poet, und verstand seine Kunst viel zu gut! Derwahre Tragicus läßt seine Personen ihrem Affccte, ihrer Situa-tion gemäß sprechen, und bekümmert sich nicht im geringstendarum, ob sie lehrreich und erbaulich sprechen. Aber darum be-kümmerte sich Ü:uri'pioes wohl. Er, von dem Cicero (m) sagt:oga corto tiiiFulos <^us vortus lmAula ejus teltimonis puto;Er, der dem Äuintilia»! (m»»») sentvntüs llsnlus, k in iis <m-»va t-ivivntiuus traäita kunt, pono iptis var heißt; Er, von demThcon (min) sagt: »I'i ?c«^cx x«tj>ov «i-'T'co ^xocjZrz cpl^oo'ocpxi.

Und welche Person ist beu ihm nicht so eine -Hekuba?

Zch fürchte nicht, daß man Hierwider etwas einwenden werde.Allem Ansehen nach muß LLuripiöcs, anstatt des Sophoklesbey dem Plurarch gelesen werden. Aber das fürchte ich, daßman mir meine obige Frage zurück geben wird.Wenn lLu-ripl'Vcs das gesagt hat, wo hat er es gesagt?" Immerhin;ich bin wegen der Antwort eben nicht verlegen.

Euripiocs sagt es bey dem Aristophancs, und zwar, wieman leicht vermuthen kann, in den Fröschen. Man kennet

(in) Lp. 3, i.ib. xvl. »a?-lmii. Es ist aber hier nicht !N. T> Cicero,sondern der Bruder «Nuintus Ticero zu verstehen; den» i» dieses Briefean den Tiro stcl'cn die angeführten Worte. Gyraldus irret sich also, wenner (»iill. VII. äs ?oelarum IiMori-i) schreibt: Vvrum »oller ^/a^c»^t7/ce--o l!»»> Luriowem kecisle vickelur, ut rirouem tcriuens clicat Sc.

(mmm) I»s>. vr»l. I.ib. X. cüp. I.

(»im) In s. Vorübungen S. 4. der Ausgabe des Tamerarius.