Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
330
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IM

«ophekleS.

Was die Philologen von den dramatischen Richtern deralten Griechen, gesammelt haben, ist ein sehr weniges; nnd ichfinde nicht, daß ein einziger den Unterschied zwischen den komi-

<!i>-ul luitt übersetzet. Er gehet also von der eigentlichen Bedeutung des Worts^«ic-vo,».«-, ab; ohne Zweifel wcil er die seine Spötlcrcv nicht einsah, unddaher nicht begrciffcn tonnte, wie es im Ernste solge, daß die Zuschauer des-wegen nicht nichr unwissend scvn solllcn, weil sie mit im Kriege gewesen wa-ren. Ich zweifle aber sehr, ob man -^«r-^,-?,»«-, in dieser figürliche» passi-ven Bedeutung finde, da es blos geübet werden Heisse. Der Scholiasi,dessen Worte ich angeführt habe, ist ausdrücklich für die eigentliche Bedeu-tung, ob es gleich leicht scvn kann, daß Berglern eben dcrftlbc Scholiastverführt hat. Denn über die nächst vorhergehenden Worte o^x o-u-v,rcn'i' k'x" »lacht er folgende Glosse: r^v ^o^kiiov oilx

o^u.c>lio? z^)'?.'/»'«»'^!^!' iol? ?rc>t?zrtxc>t? crocpl?^0t?. Berglcr hat

also geglaubt, daß das folgende k^«^-^^-«!, hicr durch z>?^ii/»«ce/i.-vc-i.erklärt werde; und hierinn hat er sich wohl gcirret. Ich muß überhauptanmerken, daß verschiedene Stelle» in den Fröschen aus einer genauernKcnnlniß der damaligen Umstände in Athcn weit besser zu erklären sind, alses den alten und neuern Auslegern sie uns zu erklären gefallen hat. Keiner,zum Exempel, hat angemerkt, daß die ganze parabasis des Chors zu Endedes zweyten Aufzuges, ans die unglücklichen Befehlshaber gehet, welchen dieAlhenicnscr den Proceß machte», wcil sie die Leichname der in dem Arginu-sischcn Treffen Gebliebenen, wegen eines einfallende» Sturms, nicht begrabenlassen tonne». Die vornehmsten von ihnen waren bereits hingerichtet, undandere, denen ma» dabcv weniger zur Last legen konnte, waren ohne Zwcifclfür für unehrlich erkläret worden. Dieser Unehrlichen nun,

nimmt sich Aristophanes hicr besonders an. Wenn nia» das weis, sowird man sich nicht lange besinnen, wie eine zweifelhafte Stelle des Scho-liastcn daselbst eigentlich zu lesen scv. Aristophanes gedenkt nehmlich cincsgewissen phrynichuö, dcm er das Unglück der gcdachtcn Befehlshaber zuzu-schreiben schcinct. Die Scholiastcn könncn sich nicht vergleichen was fürei» phrvnichus hier gcnicinct sey. ^ Einer von ihnen aber sagt: -z>k?^o

vono. Nun hat Suidas an zwcv vcrschledne» Orte» diese Stelle desScholiastcn ausgeschrieben; unlcr <l>^«^<"-' nehmlich und untcr -r^aio-,»«.Allein untcr S>iji" hat er anstatt -^>az,-xuv, ^a^z-^,' gelesen. Wel-ches von bcidcn ist nun richtig? Ganz gewiß das letztere. Denn wer hatjemals von tragischen Dichtern gehöret, die unehrlich geworden wä-re»? Was konnten tragische Dichtcr begehrn, diese Strafe zu verdienen?Wenn es »och komische gewesen wären. Aber unglücklicher Feldherren ge-denkt die Geschichte wohl, die damals zum Theil i» noch härtere Strafe nrlen.Gleichwohl erkläret sich Auster in seiner Ausgabe des Suidas für ^az,t-und in seiner Ausgabe des Aristophanes ist er wenigstens unschlüßig,