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Lackocu.
„den. Der Schmerz, welcher sich in allen Muskeln und„Sehnen dcS Körpers entdecket, lind den man ganz allein,„ohne das Gesicht und andere Theile zu betrachten, an dem„schmerzlich eingezogenen Untcrlcibc bey nahe selbst zu empfin-den glaubt; dieser Schmerz, sage ich, äusscrt sich dennoch„mit keiner Wuth in dem Gesichte und in der ganzen Stel-lung. Er erhebt kein schreckliches Geschrey, wie Virgil von„seinem Laokoon singet; die Ocfnung des Mundes gestat-tet es nicht: es ist vielmehr ein ängstliches und beklemmtes„Seufzen, wie es Sadolct beschreibet. Der Schmerz des Kör-„pcrs und die Grosse der Seele sind durch den ganzen Bau„der Figur mit gleicher Stärke ausgetheilet, und gleichsam ab-gewogen. Laokoon leidet, aber er leidet wie des Sophokles „Philoktct: sein Elend gehet uns bis an die Seele; aber wir„wünschten, wie dieser grosse Mann das Elend ertragen„zu können."
„Der Ausdruck einer so grossen Seele geht weit über die„Bildung der schönen Natur. Der Künstler mußte die Stärke„des Geistes in sich selbst fühlen, welche er seinem Marmor„cinprägtc. Griechenland hatte Künstler und Wcltwcise in einer„Person, und mehr als einen Metrodor. Die Weisheit reichte„der Kunst die Hand, und bließ den Figuren derselben mehr„als gemeine Seelen ein, n. s. w."
Die Bemerkung, welche hier zum Grunde liegt, daß derSchmerz sich in dem Gesichte des Laokoon mit derjenigen Wuthnicht zeige, welche man bey der Heftigkeit desselben vermuthensollte, ist vollkommen richtig. Auch das ist unstreitig, daß ebenhierin», wo ein Halbkcnncr den Künstler unter der Natur ge-blieben zu sey», das wahre Pathetische des Schmerzes nicht er-reicht zu haben, urtheilen dürfte; daß, sage ich, eben hierin»die Weisheit desselben ganz besonders hervorleuchtet.
Nur in dem Grunde, welchen Herr Winkclmann dieserWeisheit giebt, in der Allgemeinheit der Regel, die er ausdiesem Grunde herleitet, wage ich es, anderer Meynung zu seyn.
Ich bekenne, daß der mißbilligende Seitenblick, welchen erauf den Virgil wirft, mich zuerst stutzig gemacht hat; und nächstdem die Vcrglcichung mit dem Philoktct. Von hier will ich