Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
388
Einzelbild herunterladen
 

388

L.iokoon.

Alis einer Stelle des Plinius , die meine Verbesserung nicht er-wartet haben sollte, so offenbar verfälscht oder verstümmelt ist sic.?-

III.

Aber, wie schon gedacht, die Kunst hat in den neuern Zei-ten ungleich weitere Grenzen erhalten. Ihre Nachahmung, sagtman, erstrecke sich auf die ganze sichtbare Natur, von welcherdas Schöne nur ciu kleiner Theil ist. Wahrheit und Ausdrucksey ihr erstes Gesetz; und wie die Natur selbst die SchönheitHöhen, Absichten jederzeit aufopfere, so müsse sie auch der Künst-ler seiner allgemeinen Bestimmung unterordnen, und ihr nichtweiter nachgehen, als es Wahrheit und Ausdruck erlauben.Genug, daß durch Wahrheit und Ausdruck das Häßlichste derNatur in ein Schönes der Kunst verwandelt werde.

Gesetzt, man wollte diese Begriffe vors erste unbestritten inihrem Werthe oder Unwerthc lassen: sollten nicht andere von ih-nen nnabhängigc Betrachtungen zu machen seyn, warum dem ohn-gcachtct der Künstler in dem Ausdrucke Maaß halten, und ihnnie aus dem höchsten Punkte der Handlung nehmen müsse.

Zch glaube, der einzige Augenblick, an den die materiellenSchranken der Kunst alle ihre Nachahmungen binden, wird aufdergleichen Betrachtungen leiten.

Kann der Künstler von der immer veränderlichen Natur nie

xiiittlem, nehmlich den Myro, liefet man bey dem 'Plinitts, (Mir.

XXXIV. s«'<u. t!>.) vil'ii 6' I'>>I>»xor!i!« l.eoiuimi«, yui f?<üt klatliollromo»^Vs>>In», qui lN;i»>>i!v »kli'iulilur: 6' I.ili^n i»ier»m wnenlem Ii<I>uI»in, eo-«lviii l»co, >!' niillit fvrenlei» m»I»m> 8vr!>c»N,>! »iilvm vliimlicünlvm: <!»^>i»Inilceriü ilvlurei» keiitir,- eliüin kiiecl»»!,!» viüen»»-. Man erwäge dir letzte»Worte etwas genauer. Wird nicht darin» offenbar von einer Person gespro-chen, die wegen eines schmcrchaslcn t'icschwieres überall bekannt ist? c»M5Iiiilevri» u. s. w. Und dieses cHl,5 sollte ans das bloße <!i»u>1i<.'ünil!m, unddas ci»u>iiL!»»>>,n vielleicht ans das noch entferntere pu<>riim geben? Niemandbattc mrl'r Recht, wegen eines solchen Gcschwicrcs bekannter ;u seyn alsPl'ilollct. Ich lese also anstatt > >»ulN<!»»lein, i»i>iioc>el«n>, oder halte we-nigstens dafür, daß das letztere durch das erstere gleichlautende Wort ver-drungen worden, und man bevdrs zusammen ?inlnct«!>«!m eli>u>li^»inem lesenmüsse. Sovbokles laßt il'n i^l/Z->v «> az»-a,- ktz,ktv, und es mußteein Hinken verursachen, daß er auf den kranken Fuß weniger herzbaft auf-treten konnte.