Ueber die Grenzen der Mahlerey iind Poesie.
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erleichtern, gegen die er unverhohlen klage» lind jammern darf:unstreitig werden wir Mitleid mit ihm haben, aber dieses Mit-leid dauert nicht in die Länge, endlich zucken wir die Achselund verweisen ihn zur Geduld. Nur wenn beyde Fälle zusammenkommen, wenn der Einsame auch seines Körpers nicht mächtigist, wenn dem Kranken eben so wenig jemand anders hilft, alser sich selbst hclffcn kann, und seine Klagen in der öde» Luftverfliegen: alsdann sehen wir alles Elend, was die menschlicheNatur treffen kann, über den Unglücklichen zusammen schlagen,und jeder flüchtige Gedanke, mit dem wir uns an seiner Stelledenken, erreget Schändern und Entsetzen. Wir erblicken nichtsals die Verzweiflung in ihrer schrecklichsten Gestalt vor uns,
ein besonders Glied ausmachen sollte, die Partikel ö-uS- vor x«xc>z,-^m'«notl'wcndig wicdrrhol'lt seyn müßte. Da sie es aber nicht ist, so ist es ebenso offenbar, daß xc-xo^k^c»'« zu r-,,-« gehöret, und das Komma nach -.'z>-X'--iz!o>' wegfalle» muß. Dieses Komma hat sich ans der Urbcrsctzung cinge-schlichen, wie ich den» wirklich finde, das; es einige ganz griechische Ausgaben(z. E. die Wiltcnbcrgischc von 4685 in g, welche dem Fabricius völlig un-bekannt geblieben) auch gar nicht haben, und es erst, wie gehörig, nach»«xo^t-roi'c-, setzen. Zwcvtcns, ist das wohl ein böser Nachbar, von demwir uns «^li"v5oi-, w/-,m,Zc»o,- wie es der Scholiast erklärt, ver-
sprechen können? Wcchsclswcise mit nns seufzen, Ist die Eigenschaft einesFreundes, nicht aber eines Feindes. Kurz also: man hat das Wort xuxo-),k^ov« unrecht verstanden; man hat angenommen, daß es ans dem Adjcclivox«xo? zusammen gesetzt sey, und es ist ans dem Substantivs i-o x«xoi- zu-sammen gesetzt; man hat es dnrch einen bösen Nachbar erklärt, und hättees dnrch einen Nachbar des Bösen erklären sollen. So wie ,«xo^«,ii?nicht einen bösen, das ist, falschen, unwahren Propheten, sondern eine» Pro-pheten des Bösen, xaxoi-kx'^? nicht einen bösen, ungeschickten Künstler,sondern einen Künstler im Böse» bedeuten. Unter einem Nachbar des Böse»versteht der Dichter aber denjenigen, welcher entweder mit gleichen Unfällen,als wir, behaftet ist, oder aus Freundschaft an unsern Unfällen Antheil nimt;so daß die ganzen Worte o^>ö -x"" kz>x"<Z"" ««xoz>5,bloß durchneyue rillenqusm iiulixensrum Milli lneium >>!>>>e».-i zu übersetzen find. Der
neue Englische Ucbcrsctzcr des Sophokles, Thomas Franklin, kann nicht an-ders als meiner Mcvnung gewesen scvn, indem er den bösen Nachbar in >a-xo^-^io,- auch nicht findet, sondern es bloß durch leilcnv-mourner übersetzet:
Lxpvjj'cl w Nie incleinent «Kies,
velerled anS forlnrn Iie Ixes,
>o lrieml »or fellv^v-mourner Niere,
?o koolli Iiis lorrovv, i>m> Äivulv Iiiiz c»re.
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