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Schönheit in dem Kunstwerke vor sich gehabt hätte, was hätteihn eben so unvermeidlich nöthigen können, die Zdcc von männ-lichem Anstandc nnd großmüthiger Geduld, welche ans dieserVerbindung des Schmerzes nnd der Schönheit entspringt, sovöllig nnangcdentct zu lassen, und uns auf einmal mit demgräßlichen Geschrey seines Laokoons zu schrecken? Nichardsonsagt: Birgils Laokoon muß schreyen, weil der Dichter nichtsowohl Mitleid für ihn, als Schrecken nnd Entsetzen bey denTrojanern, erregen will. Ich will es zugeben, obgleich Nichard-son nicht erwogen zu haben scheinet, daß der Dichter die Be-schreibung nicht in seiner eignen Person macht, sondern sie denAcncas machen läßt, und gegen die Dido machen läßt, derenMitleid Acncas nicht genug bestürmen konnte. Allein mich be-fremdet nicht das Geschrey, sondern der Mangel aller Grada-tion bis zu diesem Geschrey, auf welche das Kunstwerk denDichter natürlicher Weise hätte bringen müssen, wann er es,wie wir voraussetzen, zu seinem Vorbilde gehabt hätte. Ni-chardson füget hinzu:-- die Geschichte des Laokoon solle bloß zuder pathetischen Beschreibung der endlichen Zerstörung leiten; derDichter habe sie also nicht interessanter machen dürfen, um unsereAufmerksamkeit, welche diese letzte schreckliche Nacht ganz fordere,dnrch das Unglück eines einzeln Bürgers nicht zu zerstreuen.Allein das heißt die Sache aus einem mahlerischen Augenpunktebetrachten wollen, aus welchem sie gar nicht betrachtet werdenkann. Das Unglück des Laokoon und die Zerstörung sind beydem Dichter keine Gemählde neben einander; sie machen beydekein Ganzes aus, das unser Auge auf einmal übersehen könnteoder sollte; und nur in diesem Falle wäre es zu besorgen, daßunsere Blicke mehr auf den Laokoon, als auf die brennendeStadt fallen dürften. Beyder Beschreibungen folgen auf einan-der, nnd ich sehe nicht, welchen Nachtheil es der folgenden
e) I)e l!l peinlnre, 1'ome III. p> Z16. L'est I'Iiorreur yue le.-i Irolen»v»l c«Ns»e <«>Ure I.kvcuon, qui eluil i>eeesl»ire s VirxUe pour I» cl>n-iwilc >w sm> I>»oi»e; >!' <x->it !>.' i»e»>! » eetlv lleleriiitw» piilvlique >w I»>I<'s>>»<'>!<»> >w In iiiUiit.' >>«.> l>>» tl«!r«8. ^iisll Virxiw ii'avoit x»i>w «Iv ili-vilvi I!>>>e»>w» 5u> I» «Ivriiioiv »»il, >>«ur »u>- xriiiuw ville eiUiere, >>!>rI» i»->»t»re «I'liii jielil m»»».»r >I'u» ?»i1iiiuliu>.