Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
429
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Ueber die (Grenzen der Mahlerey und Poesie. 42!)

ining vorüber führet: war ^ucre; ein Ephcmeron, hatte er keinganzes Zahr durchlebet, um alle dic Veränderungen selbst er-fahren zu haben, daß er sie nach cincr Proccßion schildern mußte,m welcher ihre Statuen herumgetragen wurden? Mußte er erstvon diesen Statuen den alten poetischen Kunstgriff lernen, der-gleichen Mstracta zu wirklichen Wesen zu machen? Oder Nir-gils nnntvm inclignatus ^Vraxes, dieses vortreffliche poetische

/t) I^uereliiiii üe N. Iil>. V. V. 736-747.lt Vvc, Venus, Venvri» i>l!v»un>ins »nleI>i,m>il»« xi^clilur Xei>I>^r»!»; vestixi^ i>r»nt>!l-?Il>>ü in-vter vrivkii-li^e»» nnle v!»i

eviorikus exeexiis -K' oitorit)»» ounlet.liilltt loei sequiliir l!uwr iiricluü, >^ evmes?»Iv<!luI(!»Ia lui-o«; cl7 I^ivsiit tl»lir!l ^,Mi>o»»m,Inllu .^utumnus !>>Iil; gc»l!i>uc lmiul I'.vi»-! I'.vun:

lei»i>vsl!l!o,>< veiUUiu«! s^iluunlui-,^Vlliwnü»-! VvIIurnu« ^.uktvi' kiitniine

lii'um» nives ii>Ik>:rl, >,ii;ru>»ilu« rijzorvmNe>I,tt>, Il^oins s<!<>>ii>in', erenilu»» !lv >>>?n>>>iu« ^Vlgiis.

Spcncc erkennet diese Stelle für eine von den schönsten in dem ganzen Ge-dichte des Lucrcz. Wenigstens ist sie eine von denen, ans welche sich dicEhre des Liiere; als Dichter gründet. Aber walnlich, es heißt ihm dieseEbrc schmälern, il'n völlig darum bringen wollen, wenn man sagt: Dieseganze Beschreibung scheinet nach cincr allcn Proccsnon dcr vergötterten Iah--rcszcilcn, ncbst ibrcm Gefolge, gemacht zu scvn. Und warum das?Darum,sagt dcr Engländer, weil bet) den Römern chcdcm dergleichen Proeeßioncnmit ibren Göttern überhanpt, eben so gewöhnlich waren, als noch itzt ingcwisscn Ländern dic Proccßioncn sind, dic man dcn Heilige» zu Ehren an- stellet; und weil bicrnächst allc Ausdrücke wclchc dcr Dichtcr hicr braucht,ans cinc Proccßio» rccht schr wohl passcn." (vomu I» ver^ an»v, ik »n-pNeil in » vraeestivn.) Trcfflichc Gründc! Und wie viclcs wärc gcgcn dc»lctztcn noch cinzuwcndrn. Schon dic Bcvwörtcr, wclchc dcr Dichtcr dc» pcr-sonisirten Abstrakten gicbt, calvr siiclus, l.'ores pulveruleni», Vultnrini!«!>Ili>uiui»ü, futmine null>!n» vVukter, .^I^us ilentitiu^ ee<!>>»kcn», Zeige», daß

stc das Wcsc» von ihm, und nicht von dem Künstler haben, der sie ganzanders bällc charaktcrisircn müssc». Sprncc scheinet übrigens aus diesen Ein-fall von einer ^proccßio» durch Abrabam 'Prcigcrn gekommen zu sevn, wel-cher in scincn Anmcrkungcu über dic Stelle des Dichters sagt: vrUo ett<I»»N ?0I»I>!« «Ii^j»«i>!li», v«r >^ Vu»U5, ^opl>),u.>i xiar-t li'e. Alleindabev hätte es auch Spcucc nur sollcn bcwcndcn lassen. Dcr Dichter siibrctdic Zahrszcittn gleichsam in cincr Proecßio» auf; das ist gut. Abcr cr hatcs von cmcr ^rocrßio» gclcrnl, sie so aufzusübrcn; das ist scbr abgrschmackl.