Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
454
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454 Lackoou.

seinen vorzüglichsten Helden beyleget,-? müssen in dem Gemähldeauf das gemeine Maaß der Menschheit hcrabsinkc», und Zupi-tcr nnd Agamcmnon, Apollo und Achilles, Ajax und MarS ,werden vollkommen einerlei, Wesen, die weiter an nichts als anäusserlichen verabredeten Merkmalen zu kennen sind.

Das Mittel, dessen sich die Mahlerey bedienet, uns zu ver-stehen zu geben, daß in ihren Kompositionen dieses oder jenesals unsichtbar betrachtet werden müsse, ist eine dünne Wolke,in welche sie es von der Seite der mithaudclndcn Personeneinhüllet. Diese Wolke scheinet aus dem Homer selbst entlehnet

c) In Ansehung der Slärkc nnd Schnelligkeit wird niemand, der denHomer auch nur ein cinzigcsnial flüchtig durchlauffcn hat, diese Asscrtio» inAbrede scpn. Nur dürfte er sich vielleicht der C-rcmpcl nicht gleich erinnern,aus welchen es erhellet, das; der Dichter seinen Göttern auch eine körperlicheGrösse gegeben, die alle natürliche Maassc weit übersteiget. Ich verweise ihnalsv, ausser der angezognen Stelle von dem zu Boden grworffncn Mars , dersieben Hufen bedecket, auf den Helm der Minerva , (X^v^v xx-nov -rc>--rii-v^-o-l/ «tza^l«,'. liinci. L. V. 744.) unter welchem sich so vielStreiter, als hundert Städte in das Feld zu stellen vermögen, verbergenkönnen, auf die Schritte des Neptunus; (!»-»>. >>'. v. 20.) vornehmlichaber auf die Zeilen aus der Beschreibung des Schildes, wo Mars und Mi-nerva die Truppen der belagerten Stadt anführen. (lii»U. 2. v. 5<.6-ti1>) tliiM «l,"^ <?>r-l?' ««6 1 ^.A^viz

Selbst Ausleger des Homers, alte sowohl als neue, scheinen sich nicht allezeitdieser wunderbaren Statur seiner Götter genugsam erinnert zu haben j welchesaus den lindernden Erklärungen abzunehmen, die sie über den grossen Helmder Minerva geben zu müssen glauben. lS, die Llarkisch-Erncstische Aus-gabe des Homers an der angezogenen Stelle.) Man verliert aber von derSeile des Crbabencn unendlich viel, wenn man sich die Homerischen Götternur immer in der gewöhnliche» Grösse denkt, in welcher man sie, in Gesell-schaft der Sterblichen, aus der Leincwand zu sehen vcrwölmet wird. Ist esindes; schon nicht der Mahlerev vergönnet, sie in diesen übersteigenden Di-mensionen darzustellen, so dars es doch die Bildhauerei? gcwisscrmaassen thun;und ich bin überzeugt, das, die alten Meister, so wie die Bildung der Götterüberhaupt, also auch das Kolossalischc, das sie öfters iiircn Statuen ertheil-te», aus dem Homer cnllcbnet baden, (u<;r»>lot. Iil>. II. p. 130. !:>»>.>V«!Uui.) Verschiedene Anmerkungen über dieses Kolossalischc insbesondere,und warnm es in der Bildhauerei) vo» so grosser, i» der Mahlerey abervo» gar keiner Wirkung ist, »erspare ich auf eine» ander» Ort.