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6 (1839)
Entstehung
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458
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Laokoon.

thliin dieses Gemähldes, ist Armuth des Dichters. Denn sollteman den Homer aus diesem Gemählde wieder herstellen: waskönnte man ihn sagen lassen?Hierauf ergrimmte Apollo , undschoß seine Pfeile unter das Heer der Griechen. Viele Gric-chcn starben und ihre Leichname wurden verbrannt." Nun leseman den Homer selbst:

Li^ <5r x«5 oi^^«l7roio x«j>rz2,>uiv Ai^o^ki/a^ xrzp,^17»^' l^ilolci'tu rx^', «^^rzpxc^k« ?x r^«j>x?^7>v.Tx?>,«^«v 6' v'c<^ot r?r' u?^lt>i- ^wo.o^rvoio,L.i^i'ov Xtv^^e^'?»-;- » 6' 'Ae vi^x^t cotXit«-;-Z^^x^' «irrt?'' cx?r«v?v^x i^ltii^', ck' tov «ijx«'

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So weit das Leben über das Gemählde ist, so weit ist derDichter hier über den Mahler. Ergrimmt, mit Bogen und Kö-cher, steiget Apollo von den Zinnen des Olympus. Ich seheihn nicht allein hcrabstcigcn, ich höre ihn. Mit jedem Tritteerklingen die Pfeile um die Schultern des Zornigen. Er geheteinher, gleich der Nacht. Nun sitzt er gegen den Schiffen über,und schnellet fürchterlich erklingt der silberne Bogen denersten Pfeil auf die Maulthiere und Hunde. Sodann faßt ermit dem giftiger» Pfeile die Menschen selbst; und überall lodernunaufhörlich Holzstoffe mit Leichnamen. Es ist unmöglich diemusikalische Mahlerey, welche die Worte des Dichters mit hörenlassen, in eine andere Sprache überzutragen. Es ist eben sounmöglich, sie aus dem materiellen Gemählde zu vermuthen, obsie schon nur der allcrklcinestc Vorzug ist, den das poetische Ge-mählde vor selbigem hat. Der Hauplvorzug ist dieser, daß unsder Dichter zu dem, was das materielle Gemählde aus ihmzeiget, durch eine ganze Gallerte von Gemählden führet.

Aber vielleicht ist die Pest kein vorthcilhafter Vorwurf fürdie Mahlerey. Hier ist ein anderer, der mehr Reiße für dasAuge hat. Die rathpflcgcndcn trinkenden Götter, i Ein goldncr

5) lliilil. ^> v. t-4. r-»KIe»ux tiiLü l'Uiaäu p. 30.