Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
462
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Laokoon .

XV.

Nun kann der Dichter zu diesem Grade der Illusion, wiedie Erfahrung zeiget, auch die Vorstellungen anderer, als sicht-barer Gegenstände erheben. Folglich müssen nothwendig demArtisten ganze Classen von Gemählden abgehen, die der Dichtervor ihm voraus hat. Drydens Ode auf den Eäcilicnstag istvoller musikalischen Gemählde, die den Pinsel mußig lassen.Doch ich will mich in dergleichen Ercmpcl nicht verlieren, auswelchen man am Ende doch wohl nicht viel mehr lernet, alsdaß die Farben keine Töne, und die Ohren keine Augen sind.

Zch will bey den Gemählden bloß sichtbarer Gegenständesieben bleiben, die dem Dichter und Mahler gemein sind.Woran liegt es, daß manche poetische Gemählde von dieserArt, für den Mahler unbrauchbar sind, und hinwiederummanche eigentliche Gemählde unter der Behandlung des Dich-ters den größten Theil ihrer Wirkung verlieren?

Ercmpcl mögen mich leiten. Zch wicdcrhohle es: das Ge-mählde des Pandarus im vierten Buche der Zlias ist eines vonden ausgcführtcstcn, täuschendste» im ganzen Homer. Von demErgreiffcn des Bogens bis zu dem Fluge des Pfeiles, ist jederAugenblick gemahlt, und alle diese Augenblicke sind so nahe nnddoch so unterschieden angenommen, daß, wenn man nicht wüßte,wie mit dem Bogen umzugehen wäre, man es aus diesem Ge-mählde allein lernen könnte. « Pandarus zieht seinen Bogenhervor, legt die Senne an, öfnct den Köcher, wählet einen»och ungebrauchten wohlbeficdertcn Pfeil, setzt den Pfeil an die

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