Lavkooii,
neben einander cristiren, ans einander folgende Zeichen aber,auch nur Gegenstände ausdrücken, die ans einander, oder derenTheile ans einander folgen.
Gegenstände, die neben einander oder deren Theile nebeneinander cristiren, hcisscn Körper. Folglich sind Körper mitihren sichtbaren Eigenschaften, die eigentlichen Gegenstände derMahlerey.
Gegenstände, die anf einander, oder deren Theile auf ein-ander folgen, heisscn überhaupt Handlungen. Folglich sindHandlungen der eigentliche Gegenstand der Poesie.
Doch alle Körper cxistircn nicht allein in dem Raume, son-dern auch in der Zeit. Sie dauern fort, und können in jedemAugenblicke ihrer Dauer anders erscheinen, und in andererVerbindung stehen. Zcde dieser augenblicklichen Erscheinungennnd Verbindungen ist die Wirkung einer vorhergehenden, nndkann die Ursache einer folgenden, und so nach gleichsam dasCentrum einer Handlung seyn. Folglich kann die Mahlereyauch Handlungen nachahmen, aber nur andeutungsweise durchKörper.
Auf der andern Seite können Handlungen nicht für sichselbst bestehen, sondern müssen gewissen Wesen anhängen. Znso fern nun diese Wesen Körper sind, oder als Körper betrach-tet werden, schildert die Poesie auch Körper, aber nur andeu-tungsweise durch Handlnngcn.
Die Mahlerey kann in ihren cocxistircnden Eompositionciinur einen einzige» Augenblick der Handlung nutzen, und mußdaher den prägnantesten wählen, aus welchem das Vorherge-hende und Folgende am begreiflichsten wird.
Eben so kann auch die Poesie in ihren fortschreitendenNachahmungen nur eine einzige Eigenschaft der Körper nutzen,und muß daher diejenige wählen, welche das sinnlichste Bilddes Körpers von der Seite erwecket, von welcher sie ihn braucht.
Hieraus fließt die Regel von der Einheit der mahlerischenBeywörter, und der Sparsamkeit in den Schilderungen körper-licher Gegenstände.
Ich würde in diese trockene Schlußkcttc weniger Vertrauensetzen, wenn ich sie nicht durch die Praxis des Homers voll-