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6 (1839)
Entstehung
Seite
476
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Laokoon.

kau» ich versichern, daß er sich auf seinen Frühling das wenigsteeinbildete. Hätte er länger gelebt, so würde er ihm eine ganzandere Gestalt gegeben haben. Er dachte darauf, einen Planhinein zu legen, lind sann ans Mittel, wie er die Menge vonBildern, die er aus dem unendlichen Raume der verjüngtenSchöpfung, auf Gcrathewohl, bald hier bald da, gerissen zu habenschien, in einer natürlichen Ordnung vor seinen Augen entstehenund auf einander folgen lassen wolle. Er würde zugleich dasgethan haben, was Marmontcl, ohne Zweifel mit auf Veranlas-sung seiner Eklogen, mchrcrn deutschen Dichtern gerathen hat;er würde auS einer mit Empfindungen nur sparsam durchweb-tcn Reihe von Bildern, eine mit Bildern nur sparsam durchfloch-tcnc Folge von Empfindungen gemacht haben./

XVIII.

Und dennoch sollte selbst Homer in diese frostigen Ausmah-lungen körperlicher Gegenstände verfallen seyn?

Zch will hoffen, daß es nur sehr wenige Stellen sind, ansdie man sich dcsfalls bcruffcn kann; und ich bin versichert, daßauch diese wenige Stellen von der Art sind, daß sie die Regel,von der sie eine Ausnahme zu seyn scheinen, vielmehr bestätigen.

Es bleibt dabey: die Zcitfolgc ist das Gebiete des Dichters,so wie der Raum das Gebiete des Mahlers.

Zwey nothwendig entfernte Zeitpunkte in ein und eben das-selbe Gemählde bringen, so wie Fr. Mazzuoli den Raub derSabinischcn Jungfrauen, und derselben Aussöhnung ihrer Ehe-männer mit ihren Anverwandten; oder wie Titian die ganzeGeschichte des Verlornen Sohnes, sein lüdcrlichcs Leben und sein

lalor scheint» zwar die Sache mehr auf der moralischen, als kunstmäszijicnSeite betrachtet zu haben. Doch desto besser, das; sie von der einen eben so»ichiig als oon der andern erscheinet.

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