lieber die Grenzen der Mahlerey und Poesie.
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so glaube ich, hat er nicht mehr als ein einziges Gemählde ab-geben wollen: das Gemählde eines öffentlichen Rcchtshandclsüber die streitige Erlegung einer ansehnlichen Gcldbusse für ei-nen verübten Todschlag. Der Künstler, der diesen Vorwurfausführen soll, kann sich auf einmal nicht mehr als einen ein-zigen Augenblick desselben zu Nutze machen; entweder den Au-genblick der Anklage, oder der Abhörung der Zeugen, oder desUrthclspruchcs, oder welchen er sonst, vor oder nach, odcazwischen diesen Augenblicken, für den bequemsten hält. Dieseneinzigen Augenblick macht er so prägnant wie möglich, undführt ihn mit allen den Täuschungen aus, welche die Kunst inDarstellung sichtbarer Gegenstände vor der Poesie voraus hat.Von dieser Seite aber unendlich zurückgelassen, was kann derDichter, der eben diesen Norwurf mit Worten mahlen soll,und nicht gänzlich verunglücken will, anders thun, als das; ersich gleichfalls seiner eigenthümlichen Vortheile bedienet? Undwelches sind diese? Die Freyheit sich sowohl über das Vergan-gene als über das Folgende des einzigen Augenblickes in demKunstwerke auszubreiten, und das Vermögen, sonach uns nichtallein das zu zeigen, was uns der Künstler zeiget, sondern auchdas, was uns dieser nur kann errathen lassen. Durch dieseFreyheit, durch dieses Vermögen allein, kömmt der Dichter demKünstler wieder bey, und ihre Werke werden einander alsdcnnam ähnlichsten, wenn die Wirkung derselben gleich lebhaft ist;nicht aber, wenn das eine der Seele durch das Ohr nicht mehroder weniger beybringet, als das andere dem Auge darstellenkann. Nach diesem Grundsätze hätte Voivin die Stelle desHomers beurtheilen sollen, und er würde nicht so viel besondereGemählde daraus gemacht haben, als verschiedene Zeitpunkte erdarum zu bemerken glaubte. Es ist wahr, es konnte nicht wohlalles, was Homer sagt, in einem einzigen Gemählde verbundenseyn; die Beschuldigung und Ableugnung, die Darstellung der
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