Laokoon.
durch das erhabene Bild des Dichters befeuert, und eben soerhabener Vorstellungen sahig gemacht worden, der, dünkt mich,übersieht das Wesentlichste, und begnügt sich mit etwas ganzallgemeinem, wo sich, zu einer weit gründlichern Befriedigung,etwas sehr specielles angcbcn läßt. So viel ich urtheile, be-kannte Phidias zugleich, daß er in dieser Stelle zuerst bemerkthabe, wie viel Ausdruck in den Augcnbrauncn liege, «ju-u.taI»ai-8 am»» e sich in ihnen zeige. Vielleicht, daß sie ihn auchauf das Haar mehr Fleiß zu wenden bewegte, um das einigcr-maasscn auszudrücken, was Homer ambrosisches Haar nennet.Denn es ist gewiß, daß die alten Künstler vor dem Phidias das Sprechende und Bedeutende der Mienen wenig verstanden,und besonders das Haar sehr vernachlässiget hatten. Noch Myronwar in beyden Stücken tadelhaft, wie Plinius anmerkt,/ undnach eben demselben, war Pylhagoras Lcontinus der erste, dersich durch ein zierliches Haar hervorthat, Z- Was Phidias ausdem Homer lernte, lernten die andern Künstler aus den Wer-ken des Phidias .
Zch will noch ein Beyspiel dieser Art anführen, welchesmich allezeit sehr vergnügt hat. Man erinnere sich, was Ho-garth über den Apollo zu Bclvcdcrc anmerkt. K „Dieser Apollo,„sagt cr, und der Antinous sind beyde in eben demselben Pal-„ laste zu Rom zu sehen- Wenn aber Antinous den Zuschauer„mit Verwunderung erfüllet, so setzet ihn der Apollo in Er-mannen; und zwar, wie sich die Reisenden ausdrücken, durch„einen Anblick, welcher etwas mehr als menschliches zeiget, wcl-„chcs sie gemeiniglich gar nicht zu beschreiben im Stande sind.„Und diese Wirkung ist, sagen sie, um desto bewundernswürdi-ger, da, wenn man es untersucht, das Unproportionirlichc„daran auch einem gemeinen Auge klar ist. Einer der besten„Bildhauer, welche wir in England haben, der neulich dahin
e) Miin»« Ml. X. lecl. St. p. 6tk. Lllil. IlilrlI.
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/,) Zcrglicdcrung der Echönlicit. S, 47. Vcrl. Ausg.