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6 (1839)
Entstehung
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505
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Ueber die Grenzen der Mahlerey und Poesie.

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waren, als irgend ein Meisterstück der Kunst; da Homer dieNatur eher mit einem mahlerischen Auge betrachtet hatte, alsein Phidias und Apcllcs: so ist cs nicht zu verwundern, daßdie Artisten verschicdnc ihnen besonders nützliche Bemerkungen,ehe sie Acit hatten, sie in der Natur selbst zu machen, schonbey dem Homer gemacht fanden, wo sie dieselben begierig er-griffen, um durch den Homer die Natur nachzuahmen. Phi-dias bekannte, daß die Zeilen: <i

II, x«i x,)«r'k^o'N' xir' v^izii.'o'l vxv<?e kcinulcoi-'^lAiciovoct 6' «j>« Acx^^ «>>«x7'c>c!,ZijttZl?'«^ cx?r' u^cxi^^T'iito' ^»lk^c/v c)' O^i^icov

ihm bey seinem Olympischen Jupiter zum Vorbilde gcdicnct,und daß ihm nur durch ihre Hülfe ein göttliches Antlitz, ,<,-I>emollum ex ipto c»;Io i>ot!tum, gelungen sey. Wem diesesnichts mehr gesagt heißt, als daß die Phantasie des Künstlers

ok cievoiio». In einer Ilnmcrkung fügt er l'inzin rix- exiireMv» ok ^ui^i,',ul>ll >>>' Homer o» »U!« oceükion, kosrce proper kor Imnliiix; Ilinlok, ^Iioros exercere, in Virgit, «Iioulil Iiu »»»lertloucl ok II»! reliffiuui«ttmice« ok «UI, beesuke u»»ei»^, i» »>e olct Itonikl» icle» vf U, ^v»» inile-eent even kor men, in nulilie; »»lekk it vere Nie kort «k »liinee« ukeit i»Ilunour ok Msr«, or IZücclnis, or koiue vtüer ok »>eir xa>I«. Spcucc willnehmlich jene fcycrliche Tänzc verstanden wissen, welche bey den Alten mit unterdie gotlcsdienstlichcn Handlungen gerechnet wurden. Und dal'cr, meinet er, brauchedenn auch Plinius das Wort k-ccrikicitre: It i» in eonk«-o.uence ok »>i» u>»tIM»)', in koeitking ok visnit» X^innlis on tliiii verx «ecilkion, ukes »>ovor», k-lcrikie-lre, ok »>eni; vlucl» liuite uelerniine-i »,eko UitncvL ok INeirs>« Ii-tve Iieen ok tue religiuui! liinil. Er vergißt, daß bey dem Virgil dieDiana selbst mit tanzet: exereet iii-ms ciwros. Sollte nun dieser Tanz eingottckdicnstlichcr Tanz seyn: zu wessen Verehrung tanzte ihn die Diana? Zuihrer eignen? Oder zur Verehrung einer ander» Gottheit? Beydes ist wider-sinnig. Und wenn die allen Siomer das Tanzen übcrl'aupt einer ernsthaftenPerson nicht für sehr anständig hielten, mußten darum ihre Dichter die Gra-vität ihres Volkes auch in die Sitten der Götter übertrage», die von denältern griechischen Dichtern ganz anders festgesetzet waren? Wenn Horaz vonder Venus sagt: (vu. IV. lin. I.)

Iklm O^IIlere» clioros «lueit Venuü, imminenle luns:lunctceiluv K^mvlii?- KriU'no uecento»

^Ilerno terrsin yu!»iu»t nellowaren dieses auch heilige gottrsdicnstlichc Tänze? Ich verliere zu viele Worteüber eine solche Grille.

<?) Ili-lll. .-V. V. SZ8> Vk>IeriU5 Usximu» lib. III. c»n. 7.

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