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„angcnchmcn Vorstellung der vorigen Glückseligkeit verknüpft,„nnd das Mitleiden ist von den zärtlichen Empfindungen der„Liebe nnd Zuneigung unzertrennlich. Die Seele hat die Frey-heit, sich bald bey dem vergnüglichen, bald bey dem widrigen„Theile einer Leidenschaft zu verweilen, und sich eine Vermi-schung von Lust und Unlust selbst zu schaffen, die reißender„ist, als das lauterste Vergnügen. Es braucht nur sehr wenig„Achtsamkeit auf sich selber, um dieses vielfältig beobachtet zu„haben; und woher käme es denn sonst, daß dem Zornigen sein„Zorn, dem Traurigen seine Unmuth lieber ist, als alle freudige„Vorstellungen, dadurch man ihn zu beruhigen gedenket? Ganz„anders aber verhält es sich mit dem Eckcl und den ihm ver-wandten Empfindungen. Die Seele erkennet in demselben„keine merkliche Vermischung von Lust. Das Mißvergnügen„gewinnet die Oberhand, und daher ist kein Zustand, weder„in der Natur noch in der Nachahmung zu erdenken, in wcl-„chem das Gemüth nicht von diesen Vorstellungen mit Wider-willen zurückweichen sollte."
Vollkommen richtig; aber da der Kunstrichtcr selbst, nochandere mit dem Eckcl verwandten Empfindungen erkennet, diegleichfalls nichts als Unlust gewähren, welche kann ihm näherverwandt seyn, als die Empfindung des Häßlichen in den For-men? Auch diese ist in der Natur ohne die geringste Mischungvon Lust; und da sie deren eben so wenig durch die Nachah-mung fähig wird, so ist auch von ihr kein Zustand zu erden-ken, in welchem das Gemüth von ihrer Vorstellung nicht mitWiderwillen zurückweichen sollte.
Ja dieser Widerwille, wenn ich anders mein Gefühl sorg-fältig genug untersucht habe, ist gänzlich von der Natur desEckcls. Die Empfindung, welche die Häßlichkeit der Form be-gleitet, ist Eckcl, mir in einem geringern Grade. Dieses strei-tet zwar mit ciner andern Anmerkung des Kunstrichters, nachwelcher er nur die allcrdunkelstcn Sinne, den Geschmack, denGeruch und das Gcfühl, dem Eckcl ausgesetzet zu seyn glaubet.„Jene beyde, sagt er, durch eine übermäßige Süßigkeit, und„dieses durch eine allzugrossc Weichheit der Körper, die den„berührenden Fibcrn nicht gcnugsam widerstehen. Diese Gegen-