Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
75
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Erster Sand.

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ciiicm Haarc hängt, so hängen mehr wichtige Dinge in derWelt an keinem stärker».

Die letzterwähnte Scene ist sonst diejenige, in welcher derSchauspieler, der die Rolle des Orosmann hat, seine scinstcKunst in alle dem bescheidenen Glänze zeigen kann, in dem sienur ein eben so seiner Kenner zu empfinden fähig ist. Er mußaus einer Gemüthsbewegung in die andere übergehen, und die-sen Ucbcrgang durch das stumme Spiel so natürlich zu machenwissen, daß der Zuschauer durchaus durch keinen Sprung, son-dern durch eine zwar schnelle, aber doch dabey merkliche Gra-dation mit fortgerissen wird. Erst zeiget sich Orosmann in al-ler seiner Großmuth, willig und geneigt, Jahren zu vergebe»,wann ihr Herz bereits cingcnommcn seyn sollte, Falls sie nuraufrichtig genug ist, ihm länger kein Geheimniß davon zumachen. Indem erwacht seine Leidenschaft aufs neue, und erfodcrt die Aufopferung seines Nebenbuhlers. Er wird zärtlichgenug, sie unter dieser Bedingung aller seiner Huld zu versichern.Doch da Zayrc auf ihrer Unschuld bestehet, wider die er so of-fenbare Beweise zu haben glaubet, bcmeistcrt sich seiner nachund nach der äußerste Unwille. Und so geht er von dem Stolzezur Zärtlichkeit, und von der Zärtlichkeit zur Erbitterung über.Alles was Rcmond dc Samt Albinc, in seinem Schauspieler, (°)hicrbcy beobachtet wissen will, leistet Hr. Eckhof auf eine so voll-kommene Art, daß man glauben sollte, er allein könne dasBorbild des Kunstrichtcrs gewesen seyn.

Siebzehntes Stück.Den ?6sten Iuiuus, 1767.

Den siebzehnten Abend (Donnerstags, den 14ten May,)ward der Sidncy, vom Grcsset, aufgeführet.

Dieses Stück kam im Zahrc 1745 zuerst aufs Theater.Ein Lustspiel wider den Selbstmord, konnte in Paris kein gro-ßes Glück machen. Die Franzosen sagten: es wäre ein Stückfür London . Ich weiß auch nicht; denn die Engländer dürstenvielleicht den Sidncy ein wenig uncnglisch finden; cr gcht nicht

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